Wie Afrika den Westen subventioniert

„Braindrain“  vs. „Braingain“

Abwanderung von Humankapital aus Afrika.

Diese Konstellation geht bereit in die Epoche der Sklaverei und Kolonialisierung zurück.

Damals wurden Männer und Frauen mit starken Statur ausgesucht deren Gesundheit vielversprechend erschien, um die lange Reise im Zuge des Atlantischen Dreieckshandels  zu überleben und  in der lage wären ihr lebenlang zu Ackern.

Bedienten sich die Sklaventreiber im 16. Jahrhundert der  Zwangsmaßnahmen, so geschieht die Abwerbung von hochqualifizierter Fachkräfte aus Afrika heute Mittels attraktiver Angebote am Peispiel der Blauen Karte EU – und überwiegend nach dem Gesetz der freien Marktkräften.

Die Frage ist nur ob heute im Unterschied  zu damals, Afrika von der Abwanderung seiner Arbeitskräfte einen Profit erzielt.

Fakt ist: Unabhängig von seiner Herkunft, von seiner Hautfarbe und seiner sozialen Lage, strebt jeder Mensch nach besseren Lebensbedingungen und neigt deshalb dazu, alles ihm zur Verfügung stehenden Mittel auszuschöpfen um diese Bestrebung zu erfüllen. Gelingt ihm dies nicht  in seinem Herkunftsland, so wird er dazu neigen sein Glück woanders zu versuchen. Dies fürht zur Migrationen, deren Ursachen vielfältig sind.

Typischerweise  für Afrika dient die anhaltende Armut und die mit ihr einhergehende Perspektivlosigkeit als Beweggegrund für die Abwanderung.

Afrika steckt in einem Teufelkreis.

Einerseits wird  von wenigen Ausnahmen abgesehen, vergleichweise wenig  in die Bildung investiert ,  wie dies an der Alphabetismusquote Afrikas zeigt. Wie es aus dem 2011 von den Vereinten Nationen veröffentlichtem Bericht über die sogenannten Millenium Entwicklungsziele hervorgeht, verfügten 2009, 127 Millionen junge Menschen weltweit nicht über eine grundlegende Lese- und Schreibfähigkeit, 47 Millionen davon fallen allein  Afrika südlich der Sahara zu. Andererseits ist  der  Staat obwohl  größter Arbeitsgeber nicht in der Lage alle im Land ausgebildeten Fachkräfte und hochqualifizierte Menschen  zu absorbieren, obwohl er diese Arbeitskräfte dringend braucht.  Aufgrund der wenig Ausgeprägtheit des privaten Sektors und der Komplexität der Wirtschaftsverfassungen der meisten Länder, die eine unternehmerische Tätigkeit erschweren, Beginnen viele gut ausgebildeten Menschen eine Karriere in der Arbeistlosigkeit. Da der Westen mit attraktiven Angebote lockt, wandern viele von ihnen ab.

Im Zuge dieser Abwanderung scheint Afrika als Verlierer in dreifacher Hinsicht.

Erstens: Erzielen die Länder keinen Gewinn aus der Finanzierten Bildung des abgewanderten Human Kapitals. Dieser kommt sattdessen dem Westen zugute. Folglich bildet Afrika auf seine Kosten die Arbeitskraft für den Westen aus und subventioniert somit indirekt die Bildung der  Arbeitskraft der Industrieländer mit.  Da anders  als bei dem Einheimischen Human Kapital,  der Westen seinerseit sich die Investition in die Bildung der eingewanderten Arbeitskraft spart.

Zweitens: Es entgeht den Regierungen in Afrika durch diese Abwanderung  bedeutende Steuereinnahmen.

Drittens: Es besteht ein Verlust an Innovationskraft, die von gut ausgebildeten Arbeitskraft in Ganggesetzt hätte werden können um die Entwicklung voranzubringen.

Ob dies mit den Rücküberweisungen  kompensiert werden kann, sei mal dahin gestellt.

Es fällt jedoch auf, dass aufgrund der günstigeren Arbeitsbedingungen in dem Westen, nicht nur der Arbeitslose Teil des Humankapitals abwandert.  Hinzu kommt, dass die von dem Westen zur Verfügung gestellten Alternative, die Entfaltung der eigenen Kreativität seitens der Fachkräfte und Hochqualifizierten Bevölkerung Afrikas hemmt, wenn es bedenkt wird, dass  Not die Mutter aller Erfindungen ist, dann wird Afrika diese Chance genommen, was früher oder später zur Stagnierung der ohnehin schwachen Wirtschaft fürht.

So gesehen steht Afrika im Bezug auf Beschäftigung genauso wie bei der Sklaverei und Kolonialisierung als klarer Verlierer der Globalisierung da.

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