Kamerun: Präsidentschaftswahl 2011 Bedrohung für Stabilität und Sicherheit

Posted in Entwicklungspolitik, Sub-Saharan Africa, africa, german post, politics, worth reading on Juni 27th, 2011 by valerie

1.1. Kamerun unter der Deutschen Kolonialherrschaft

Die Anwesenheit der Deutschen in den kamerunischen Küsten geht zurück auf 1860 .

1861 erklomm ein deutscher Botaniker namens Mann den Kamerunberg und nahm die Erforschung seiner Flora auf. Im Jahr 1868 gründete Adolph Woermann ein Handelshaus an der südlichen Kamerunküste in Batanga.

Während der britischen Regierung die Schutzgesuche der Douala Oberhäuptern ständig zurückwies, lies sich Deutschland nicht lange bitten. Das Kaiserreich unter Reichskanzler Bismarck erklärte sich bald bereit, Douala unter seine Obhut als Protektorat zu nehmen.

Infolgedessen vollzog sich die Unterzeichnung des ersten Veräußerungsvertrages zwischen Edouard Woermann, der jüngere Bruder von Adolph und den Bambia Chefs am 12. Juli 1884.  letzteren erklärten ihre Bereitschaft, ihr Territorium der Hamburger Firmen C. Woermann und Jantzen & Thormählen zu überlassen.  (Onana, Mfege, André-Hubert: Le Cameroun et ses Frontières, Paris u.a 2005, S. 18-19)
Dies war der zweite und bedeutende Vertrag, nachdem am 30. Januar 1883, König Akwa ein wichtiges Handelsabkommen mit Edouard Schmidt, einem Stellvertreter des Hauses Woermann unterzeichnet hatte.

Am  12 Juli 1884 am Tag der Unterzeichnung des Veräußerungsvertrages, legte ein deutsches Kriegsschiff, die Möwe, in Wouri an, mit Dr. Gustav Nachtigal der deutsche Konsul in Tunis an Bord. Er war im Auftrag des deutschen Kaisers gekommen um Kamerun in seinen Besitz zu nehmen. Die offizielle Zeremonie fand am 14. Juli 1884 statt im Zuge dessen Dr. Nachtigal die deutsche Flagge in der Stadt Douala hisste. Nach dem Abkommen mit König Akwa folgten weitere, wie zum Beispiel jenes vom 22. Juli 1884 mit Djambé und vom 28. August des gleichen Jahres mit König Pass-All.

Zeitgleich bekam der britische Konsul Hewett – „Alias“ the  too late consul – endlich die Erlaubnis mit den kamerunischen Häuptlingen zu verhandeln. Als dieser jedoch in Victoria (Viktoria war  die Hauptstadt von Kamerun) am 19. Juli 1884 ankam, war es bereits zu spät. Das Gebiet war eine Woche zuvor von den deutschen annektiert worden.  (Graudenz, Karlheinz: Die deutsche Kolonien, München 1984, 3. durchges. und erab. Aufl., S. 215)

Die Rechte Deutschlands auf Kamerun mussten von England und Frankreich während der 15. November 1884 in Berlin tagender Afrikakonferenz anerkannt werden. Somit wurde Deutschland den Weg geebnet, seinem Expansionsdrang in Kamerun freien Lauf zu lassen. Denn anders als bei den Häuptlingen und Könige der Kamerunküste hatten sich die übrigen Regionen und Völker den deutschen nicht freiwillig unterworfen. Besonders im südlichen Hinterland lebende Maka, leisteten lange heftige Gegenwehr. Dieser Widerstand war jedoch gegenüber den sehr “ehrpussligen“ deutschen meist zwecklos, den er wurde mit ungleichen Waffen geführt. So wurden sie schnell durch energische Strafexpeditionen in ihre Schranken gewiesen.  Flächendeckend wurde nach blutigen Kämpfen, eine Region nach der anderen annektiert, bis ganz Kamerun in die Hände Deutschlands fiel. Deutschland hatte 1913 am Vorabend des Zweiten Weltkrieges somit ein kamerunisches Staatsgebiet mit der Gesamtfläche von 745000 km² und mit einer Einwohnerzahl von 2 652 000 unter seiner Kontrolle. (Warnack, M.: Koloniale Ergänzungswirtschaft für Deutschland Zahlen und Tatsachen, Berlin 1939, S. 8)

Fortsetzung folgt…

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„Krieg“ um die Ressourcen in Westafrika – Rohstoffe gegen Entwicklungshilfe?

Posted in Entwicklungspolitik, Intergrationspolitik, Sub-Saharan Africa, Wirtschaftspolitik, africa, economic policy, german post, international relations, politics, worth reading on Juni 27th, 2010 by valerie

Einseitige Abhängigkeit ist der erste Feind der Freiheit!

Einseitige Abhängigkeit ist Killer des Selbstbewusstseins!

Keine Entwicklungshilfe ohne Rohstoffsicherung!

Hat die Europäische Union bisher  Umschuldungen, Krediten, Schuldenerlasse und Entwicklungshilfe von Auflagen wie Demokratisierung, Rechtstaatlichkeit, Marktwirtschaft, Kampf gegen Korruption und gute Regierungsführung abhängig gemacht und dadurch – obwohl der Souveränität beeinträchtigend – die Modernisierung in Afrika eingeleitet. So möchte sie sich in Zukunft dieser Mittel, allen voran der Entwicklungshilfe, für ihre Rohstoffsicherung in Afrika bedienen. Tatsächlich plant sie die  Entwicklungshilfe  als Druckmittel  einzusetzen,  um sich einen besseren Zugang zum afrikanischen  Rohstoffmarkt zu sichern,  der gegenwärtig stark von China umworben und dominiert wird.

Und nach wie vor herrscht eine Sicht der Über- und Unterordnung vor.

Dabei verlangt eine echte Partnerschaft, wie dies der kürzlich aus dem Amt getretene Bundespräsident Horst Köhler im Gespräch mit der Zeitschrift für internationale Politik bereits im Jahre 2006 über das Thema Zukunftskontinent Afrika betonte, gleiche Augenhöhe.

Während das  europäische Lager immer noch glaubt, die Entwicklungshilfe – die immerhin einen bedeutenden Anteil der Einnahmen mancher afrikanischen Länder  ausmacht – instrumentalisieren zu müssen, um sich so Rohstoffquellen in Afrika sichern und somit auch den Vorsprung Chinas auf dem Schwarzen Kontinent abbauen zu können, behandelt China Afrika als  ebenbürtigen Handelspartner und setzt bei seinen Handelsbeziehungen dementsprechend nicht primär auf Konditionalität, sondern auf wirtschaftlich faires Instrumentarium, wie zum Beispeil günstige Kredite, Schuldenerlasse, Investitionen, Lockerungen der Zollbestimmungen und Nichteinmischung in den inneren Angelegenheiten.

Was die EU zu übersehen  scheint, ist dass mit dem aktuellen Wettlauf um afrikanische Ressourcen – da nicht nur China, sondern auch andere Akteure, wie zum Beispiel Russland, die USA, Brasilien, Saudi-Arabien (um nur diese zu nennen) genauso in der Rohstoffsicherung in Afrika involviert sind  – der Kontinent über eine noch nie da gewesene günstige Ausgangsposition aufgrund aus dem Vorhandensein verschiedener Haldelspartnern sich ergebende Substitutionsmöglichkeit verfügt und somit nicht mehr primär und ausschließlich auf die Europäische Entwicklungshilfe angewiesen ist.

Dieser Trend wird sich wegen der Verknappung der Energie nicht nur fortsetzen,  sondern auch verschärfen und könnte sogar die Ursache für zukünftige Konflikte  sein, wie dies  der  Global Trends 2025 transformed World vorausschaut : “perception of energy scarcity will drive countries to take action to assure their future access to energy supplies. In the worse case. This could result in interstate conflicts if government Leaders deem assured access to ernergy ressources for example, to essential for maintaining domestic stability and survival of their Regime.”

Der Rohstoffreichtum des Schwarzen Kontinents, war schon in Zeiten der Sklaverei und danach in Zeiten des Kolonialismus das Hauptobjekt der Begierde der daran beteiligten Akteure. Während diese Akteure durchaus daraus Profite erzielten und heute noch erzielen, hat Afrika trotz der hohen Begehrlichkeit dieses Reichtums und sein daraus resultierende Attraktivität auf dem Weltmarkt, es bis dato nicht geschafft diesen Rohstoff- und Ressourcenreichtum in ein “materielles”, in Form einer reellen Wirtschaft umzuwandeln und so die Chance zu steigern, diese Angewiesenheit auf Entwicklungshilfe maßgeblich zu reduzieren. So bleibt der Schwarze Kontinent auf dem Verhandlungstisch erpressbar, denn der Hahn kann jeder Zeit zugedreht werden.

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