Europas demographisches Dilemma und das Schicksal des Afrikaners

Posted in africa, german post, migration, politics on Juni 27th, 2009 by valerie

Als 1492 Christoph Kolumbus (1451-1506) Amerika entdeckte und 1500 Pedro Alvares Cabral (1460-1526) Brasilien, fing der Alptraum der Afrikaner an. Dieser nahm 1510/11 mit dem Beginn der Einfuhr von schwarzen Sklaven seine Gestalt an.

Von nun an setzte der Handel mit Menschen, mit dem Schwarzen, als Ware ein. Er wurde ausgebeutet, ausgenutzt, gedemütigt und erniedrigt. Er musste die verschiedenen Erdteile bevölkern und aufbauen, die gerade entdeckt wurden. Der Sklavenhalter und der Kolonialherr brauchten ihn ganz dringend.

Heute sind die Früchte der Arbeit seiner Vorfahren da und er möchte so gerne daran teilhaben, denn mit Jahrhunderte langer Entvölkerung und maßlose Ausbeutung seines Kontinents und der damit einherhende Ausfall der nötigen Arbeitskräfte, der sich wiederum in der  Hemmung der eigenen Entwicklung niederschlug,  haben weder seine Vorfahren noch seine Eltern die Möglichkeit gehabt, ihm eine Perspektive für seine Zukunft zu bieten.

So sucht er den Weg nach Europa, als Flüchtling, als Ehefrau, als Student und als Arbeitssuchender. Aber Europa braucht ihn zur Zeit nicht und die Methoden nach denen es greift, um ihm dies verständlich zu machen sind deutlich genug. (Lesen Sie hierzu auch meinen Artikel “Afrikanische Flüchtlinge: Menschen ohne Grundrechte?“)

In Zeiten der Sklaverei wurde er reingeprügelt,

Heute in Zeiten der Einwanderung wird er rausgeprügelt.

Die Frage, die an dieser Stelle aufgeworfen wird, ist die folgende:

Wie lange wird es noch dauern  bis der Afrikaner nach Europa wieder reingeprügelt wird?

Während die Bevölkerung des Schwarzen Kontinents mit beinahe einer Milliarden Menschen trotz der Aids und Malaria Geiseln ungebremst weiter wächst (betrug 1950 der Anteil des Kontinents an der Weltbevölkerung noch 9 Prozent, so ist diese Zahl 1990 auf 12 Prozent gestiegen. Prognosen der Vereinten Nationen zur Folge, dürfte bis 2050 ein Anteil von 20 Prozent erreicht sein), schrumpft und altert diejenige Europas weiter.

So wie es aussieht findet nicht nur der Geburtenrückgang, sondern gleichzeitig auch eine Alterung der Gesellschaft in den 27 EU-Staaten statt.  Statistische Untersuchungen der EU-Kommission zur Folge, wird in etwa 50 Jahren der Anteil der Alten in den 27 EU-Länder größer sein. Während in Afrika 45 Prozent der Bevölkerung jünger als 15 Jahre alt sind, wird das Durchschnittalter in der EU-Zone wegen der hohen Lebenserwartung, dem Geburtenrückgang und der Migrationspolitik, 48 Jahre betragen.

Dies wird fatale Folgen für den Arbeitsmarkt mit sich bringen. Der Anteil der Erwerbspersonen wird mit der zunehmenden Pensionierungen zwangsläufig abnehmen, was mit erheblichen Kosten für das Renten- und Gesundheitssystem verbunden sein wird. Hier könnte der junge Afrikaner wieder attraktiv für das Überleben des jetzigen Systems werden. Die Frage ist nur, wie die EU vorgehen wird, um ihn für den Erhalt seines System zu gewinnen.

Denn ich bin mir sicher, dass er sich bestimmt nicht mehr rein prügeln lassen wird.

Tags: , , , , , , , , ,

Afrikanische Flüchtlinge: Menschen Ohne Grundrechte?

Posted in africa, german post, migration on Juni 18th, 2009 by valerie

“Die Würde des Menschen ist unantastbar”. Dies postuliert die Menschenrechtskonvention der Vereinten Nationen, die nicht nur von der Europäischen Union angenommen worden ist, sondern von den Einzelnen Staaten dieser Gemeinschaft. Dies ist auch dem Artikel 10 der Verfassung des Königreichs Spanien zu entnehmen. Deshalb besteht hier das Entsetzen im Bezug auf die barbarischen Methoden auf die manche Staaten der Europäischen Union zurückgreifen, die sich sogar die Menschenrechte auf die Fahnen schreiben, um afrikanische Migranten von Ihrem Territorium fern zu halten.

Die Frage der Auslegung der Begriffe Würde und Menschen wird deshalb hier aufgeworfen. Dies geschieht, um die maßlose Gewalt, die den Afrikaner an Europäischen Grenzen tagtäglich zugefügt werden, zu verstehen.

Wer gilt also in der Europäischen Union als Mensch dessen Würde unantastbar ist, wenn solche Bilder im 21. Jahrhundert mitten in Europa aufgenommen werden können? Als ob die Sklaverei und die Kolonialisierung nicht gereicht haben um dem Afrikaner seine Würde zu berauben.

Dieses Video errinnert mich an den Film Roots der in den siebziger Jahre des 19. Jahrhunderts gedreht wurde um den Menschen das Leid der Sklaven damals vor Augen zu halten, damit so etwas nie wieder passiert, damit die Menschen lernen sich unabhängig von Rassenzugehörigkeit  gegenseitig zu respektieren und zu schätzen.

Aber so wie es aussieht leben wir immer noch in einer Gesellschaft in der die Gleichstellung der Menschen unterschiedlich interpretiert wird, in der es Menschen der ersten Klasse gibt, die der ersten Welt. Die der zweiten Klasse, die der zweiten Welt und schließlich die der Dritten Klasse. Dieser letzten Kategorie kann der Mensch aus der Dritten Welt zugeordnet werden. Dementsprechend konkretisieren sich auch die Rechte.

Versetzen Sie sie mal in die Lage der Flüchtlinge. Mit der Annahme, dass jeder nach einem guten Leben strebt, wählt keiner die Hölle, wenn das “Paradies” auch zur Auswahl steht.

Erst werden Jahrhunderte lang ihre Lebensgrundlage regelrecht vernichtet, Ihre Existenz  durch die Marginalisierung auf den globalen Märkte aussichtlos gemacht – ein Beispiel hierfür ist die Subventionierung der Agrarwirtschaft in der Europäischen Union – dann werden sie während des Kampfes um ihr Existenz, wie gefährliche Feinde in Kriegszeiten behandelt.

Wo bitteschön bleibt hier die Würde des Menschen? Oder ist es “nur” ein Afrikaner?

Tags: , , , , , , , , , ,