Verwegene Träume!

Posted in german post, Jagd nach Wörter, off topic on Juli 5th, 2018 by valerie

Wenn ich eine Zeitung, eine Zeitschrift oder ein Buch aufschlage, dann geschieht dies nicht nur um meinen Hunger auf Informationen zu stillen bzw. um in eine andere Welt einzutauchen. Dies wird öfters mit der Hoffnung verbunden neue mir bis dahin verborgen gebliebenen Wörter zu entdecken.

Stöße ich bei meiner Lektüre auf bis dahin von mir noch nicht gekannten und von mir als wunderbar erachtetes Wort, erfüllt mich dies einfach nur mit Glück.

So bin ich heute bei der Lektüre des Zeit Magazins im Zusammenhang mit der Entwicklung Afrikas auf das Wort VERWEGEN gestoßen. Nachdem ich die Übersetzung absolviert hatte , ließ ich mir das Wort nochmal auf der Zunge zergehen, eher ich meine Lektüre fortsetzte.

Es stand im folgenden Satz:“…Aber unsere Träume können gar nicht verwegen genug sein- wenn sie uns keine Angst machen, träumen wir noch zu zaghaft.“

Verwegen: Audacieux, téméraire.

Also Verwegen ist ein wunderschönes Wort, das viel Charakter besitzt. Was für ein Glück es nun in meinen Wortschatz zu haben.

 

 

Lindners Bäckerei-Anekdote

Posted in Entwicklungspolitik, german post, Innenpolitik, Integration, Intergrationspolitik, off topic on Mai 14th, 2018 by valerie

Lange hatte ich mich gefragt, warum mein Kameruner Bekannter überall mit seiner Mitarbeiter ID-Karte in einer Klarsichthülle um den Hals hängend, überall rumlief. Er war Ingenieur bei Siemens und hatte dort eine leitende Position inne. Für mich war dies nichts anderes als reine Angeberei, daher stellte ich mich die Frage, wie niedrig  sein Selbstwertgefühl eigentlich sein müsste, um auf solchen Maßnahmen zurückgreifen.

Mit dem Statement von Christian Lindner am 69. Bundesparteitag der FDP wonach man beim Bäcker in der Schlange nicht unterscheiden könne, wenn einer mit gebrochenem Deutsch ein Brötchen bestelle, ob das der hochqualifizierte Entwickler künstlicher Intelligenz aus Indien sei oder ein sich eigentlich bei uns illegal aufhaltender, höchstens geduldeter Ausländer…. habe ich nun verstanden, dass es sich bei der um seinen Hals stets hängenden Mitarbeiter ID-Karte weniger um Angeberei, als viel mehr um eine Methode handelte, sich von allen anderen Ausländern, sei es beim Bäcker, beim Arzt, im Supermarkt etc…,  abzugrenzen. Er wollte als der bessere Ausländer wahrgenommen werden.

Kurzum wenn es so ist, dass es sich um eine reale Situation handelt, die ein Zuwanderer dem Herrn Lindner geschildert haben soll, dann wäre der hochqualifizierte Entwickler künstlicher Intelligenz aus Indien gut beraten seine Mitarbeiter ID-Karte in einer Klarsichthülle stets um den Hals zu tragen.  Damit der „Bäcker“in Zukunft genau weiß mit welcher Kategorie an Ausländer er es zu tun hat.

 

Südafrika ohne Madiba

Posted in africa, german post, Sub-Saharan Africa, Völkerverständigung, worth reading on Dezember 6th, 2013 by valerie

Das Jahr 1990 war aufgrund zweier Ereignissen das bemerkenswerteste Afrikas, das ich bis dahin erleben durfte. Es markierte das Ende der Unterdrückung zweier Völker des Schwarzen Kontinents. Zum einen die Unabhängigkeit Namibias und zum anderen die Befreiung Nelson Mandelas.

Die repressiven Maßnahmen, mit denen die „Weißen“ in Südafrika bestrebt waren die Schwarzen in ihren Schranken zu weisen, raubten mir öfters den Schlaf. Ich konnte mir als Kind nicht erklären,warum so viel Hass und soviel Ungerechtigkeit möglich waren und vor allem wieso die anderen Staaten nichts dagegen unternahmen. Um so großer war meine Freude als ich im Jahr 1990 die Bilder  im Fernseher sehen dürfte, wie sich Nelson Mandela mit seiner damals noch Ehefrau, Weggefährtin und Leidensgenossin Winnie mit gehobener Faust als freier Mann präsentieren durfte. Diese Befreiung war nicht nur diejenige Nelson Mandelas persönlich, sondern diejenige Südafrikas als Ganzes. Denn Nelson Mandela liebte sein Volk und sein Land so sehr, dass er seine Freilassung nicht eingewilligt hätte, wenn diese nicht zugleich die Befreiung Südafrikas und damit seines Volkes bedeutet hätte. Damals als er freigelassen wurde, spekulierte man viel über seinen gesundheitlichen Zustand. Viele waren davon überzeugt, dass ihm nach den Strapazen der 27 Jahre Haft, die Freiheit nicht bekommen würde und reduzierten seine Lebenserwartung auf höchstens zehn Jahre.

Wer Robben Island besichtigt kann sich ein Bild davon machen, was für ein Opfer Madiba für uns alle erbracht hat

Wer Robben Island besichtigt kann sich ein Bild davon machen, was für ein Opfer Madiba für uns alle erbracht hat

Aber wie uns die Geschichte dieses großen Mannes lehrt, wurde jeder der „Madiba“ unterschätzte des besseren belehrt. Er lebte noch fast ein Vierteljahrhundert nach seiner Freilassung. Ein Vierteljahrhundert in welchem er vieles bewegt hatte.  Er hatte den Südafrikanern das Verzeihen und die Versöhnung nicht nur gelehrt, sondern auch vorgelebt.  Er hatte seinem Volk und seinem Land das wichtigste beschert: FREIHEIT. Das wichtigste, weil Freiheit  die Voraussetzung nicht nur für die persönliche Entfaltung, sondern auch für diejenige eines Volkes als ganzes ist. Mandela hat mit der Freiheit seinem Volk die Voraussetzung für die Entfaltung geschaffen, die nicht in der Gewalt und Ressentiments, sondern im Verzeihen und Versöhnung seinen Ausdruck findet.

Diese Zelle zeugt von der Größe der Person, die sie 18 Jahre lang bewohnte und danach nur von Versöhnung sprach

Diese Zelle zeugt von der Größe der Person, die sie 18 Jahre lang bewohnte und danach nur von Versöhnung sprach

 

Obgleich den Südafrikanern einem langen Weg noch bevorsteht bis die Rassenvermischung eine Selbstverständlichkeit wird, nachdem die Rassentrennung durch die Apartheid über Generationen hinweg verankert wurde, so hat das Land in dieser Hinsicht bereits vieles erreicht. Dass mit der Erlangung der Freiheit nicht alles getan wurde, wusste „Madiba“ auch als er folgendes in seiner Autobiographie Long Walk to Freedom schrieb:  „Ich habe diesen langen Weg in die Freiheit zurück gelegt, ich habe versucht nicht zu wanken; Ich habe viele Fehltritte gemacht. Aber ich habe dieses Geheimnis entdeckt: Nach dem Klettern eines großen Hügels, alles, was man herausfindet ist, dass es noch mehr Hügeln zum klettern gibt.“ Diese Hügeln sind die Herausforderungen womit Südafrika heute konfrontiert ist und die Nelson Mandela auch noch meistern wollte wie er schrieb: Ich bin einen Moment stehengeblieben, um mich auszuruhen, um das herrliche Panorama zu bewundern, das mich umgibt ,um aus der Ferne den langen Weg zu betrachten, den ich zurückgelegt habe. Aber ich kann nur eine Weile ausruhen; Mit der Freiheit kommen auch Aufgaben; und ich wage nicht zu verweilen, denn mein langer Weg ist noch nicht beendet.“ Leider obliegt dem Menschen nicht die Entscheidung über die Dauer seiner Mission diesseits, so dass jeder irgendwann abdanken muss, so leider auch Nelson Mandela am 5. Dezember 2013 nachdem er Großes vollbracht hat, nachdem er den Südafrikanern die Freiheit und das Land zurück gab. Was die Südafrikanern daraus machen werden, bleibt ihnen überlassen. Fakt jedoch ist, dass dies Ihnen keiner mehr wegnehmen kann. 

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Von Multipolarität zur Unipolarität über Bipolarität und wieder zurück ?

Posted in diplomacy, german post, international relations, worth reading on Dezember 3rd, 2013 by valerie

Politische Macht entspringt der wirtschaftlichen Macht.

Nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion, etablierten sich die USA als alleinige Supermacht und galten aufgrund ihrer unangefochtenen Vormachtstellung weitgehend als unantastbar. Die Terroranschläge des 11. Septembers 2001, zerstörten jedoch dieses Weltbild und brachten die Vulnerabilität des Hegemons zum Vorschein. Der Erkenntnis zugleich darüber, dass kein Land der Welt – nicht einmal die Vereinigten Staaten von Amerika – mächtig genug ist, um die Herausforderung des 21. Jahrhunderts wie beispielsweise den Terrorismus und die Umweltkatastrophen im Alleingang zu meistern und darüber, dass kein Land der Welt klein genug ist, um es zu unterschätzen, entstammte die Notwendigkeit des Multilateralismus. Gleichzeitig nahm die Weltordnung mit dem Aufkommen neuer Weltwirtschaftsmächten wie beispielsweise China eine Multipolare Struktur an. Nichtsdestotrotz haben die USA bis heute, zumindest, was die  Streitkräfte anbelangt ihre Hegemonialstellung beibehalten. Da die Wirtschaftsmacht Hand in Hand mit der politischen Macht geht, sind die neue Weltwirtschaftsmächte allen voran die Volksrepublik China bestrebt ihre wirtschaftliche Stärke in politische Macht zu konvertieren und diese auch auf der Weltarena zu demonstrieren. 

Vom Riese auf tönernen Füssen zur Weltwirtschaftsmacht und aufstrebende Supermacht

Aufgrund seines bemerkenswerten Wachstums konnte das Reich der Mitte einen rasanten Aufstieg „vom Armen Land“ zur zweitgrößte Volkswirtschaft der Erde nach den USA hinlegen. Aber Pekings Interessen gelten nicht nur der Wirtschaft. So will China nicht nur als Wirtschaftsnation fungieren. Das Reich der Mitte beabsichtigt sich einen Platz als Weltmacht bzw. Supermacht auf der internationalen Bühne zu sichern. Mit der am Montag gestarteten Mondmission hat Peking der Welt seine neue gewonnene Fähigkeiten gezeigt. Ob der Konflikt mit Japan auch der Machtdemonstration dient bleibt dahin gestellt. Fakt allerdings ist, dass Peking auf seinem Weg zur Weltmacht weniger Konflikte als viel mehr strategischen Partnern braucht um seine politische, wirtschaftliche sowie militärische Macht auszubauen und zu befestigen.

 

 

 

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Der Hunger – dieser Weltfeind!

Posted in economic policy, german post, migration, politics, Wirtschaftspolitik, worth reading on November 27th, 2013 by valerie

Hunger eine unheilbare Krankheit?

Meine Oma betrachtete den Hunger, als die am schnellste zu heilende Krankheit.  Dies liegt an die Fähigkeit der Nahrung Hunger sofort zu lindern. Denn kaum hat der Hungernde etwas gegessen, schon verspürt er keinen Hunger mehr. Meine Oma pflegte deshalb zu sagen, dass wenn  alle Krankheiten, so leicht zu bekämpfen wären, wie der Hunger, dann gebe wenn überhaupt Leiden auf dieser Welt nur für kurze Zeit. Aber sie irrte, weil der Hunger genauso wie jede andere Krankheit auch sehr hartnäckig sein kann. Der Beweis dafür ist, wie es aus dem 2013 erschienenen Welthungerindex hervor geht, dass die Zahl der Hungernden in der Welt trotz ihres anhaltenden Rückgangs mit rund  870 Millionen Menschen immer noch beträchtlich ist.

Wie viele Menschen sind bereits an die Fronten gegangen um den Feind Hunger zu bekämpfen? Erinnert sei hier an alle Wirtschaftsmigranten und ihre tagtäglich getätigten Rücküberweisungen, die der Hungersbekämpfung dienen. Oder auch an gesammelten Spenden, die alle die Hungerbekämpfung als Zweck haben.

Vielfältige Hilfsorganisationen haben sich dieser Problematik gewidmet, die zwar unterschiedliche Herangehensweisen haben, deren gemeinsames Ziel jedoch ist, Hunger zu bekämpfen. Man denke nur an die Welthungerhilfe, die Brot für die Welt oder auch an die Welternährungsorganisation (FAO) der Vereinten Nationen, um nur diese zu nennen.

Wenn die Weltgemeinschaft einen gemeinsamen Feind hat, dann trägt dieser bestimmt den Namen „Hunger“. Warum gelingt es ihr nicht ihn aus der Welt zu schaffen? Der Weltgemeinschaft ist es gelungen ganz andere Herausforderungen zu meistern, warum gelingt es ihr nicht den Hunger als Passé der Menschheit werden zu lassen?

Diese Frage wühlt umso mehr  auf, wenn bedenkt wird, dass 1,3 Milliarden Tonnen Nahrungsmittel jährlich verschwendet werden.

Warum ist es in der globalisierten Welt möglich, dass 870 Millionen Menschen hungern müssen, während Milliarden Tonnen an Nahrungsmittel jährlich in Müll landen? Eine mögliche Antwort dafür liefert der Kurzfilm: „Taste The Waste.“ Dieser Film lädt ein dazu unser Konsumverhalten zu überdenken, damit Verteilungsgerechtigkeit herrschen kann. Denn fernab von der Politik kann jeder von uns seinen Beitrag dazu leisten die Welt ein wenig gerechter zu gestalten.

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