Afrika ewiger Versorger des Westens

Posted in off topic on Oktober 22nd, 2012 by valerie

1) Mit Menschen

Alles begann mit dem Menschenhandel, dem sogenannten atlantischen Dreieckshandel. Dessen Beginn um den 16. Jahrhundert zurückgeht und der darin bestand, die aus Europa stammenden Manufakturgüter, Feuerwaffen, Salz usw.  an der afrikanischen Küsten zu verschiffen und sie dann dort gegen Menschen einzutauschen.

Die an der afrikanischen Küste gegen Ware eingetauschten Menschen wurden wiederum weiter in den Menschenmärkte verkauft und nach Amerika verschifft. In Amerika angekommen wurden sie dann wie Lasttiere in den verschiedenen Arbeitsbereichen angesetzt und trugen somit viel für den Aufbau der damaligen neuen Welt bei.

Während Afrika Amerika mit seiner besseren und fähigeren „Arbeitskraft“ Mittels Dreieckshandels versorgte, verzichtete der Schwarze Kontinent selbst  jahrhunderte lang auf ein riesiges Potential. Da wegen der strengen Auslese,  ausschließlich starken und gesundheitlich fitte Männer und Frauen ausgesucht wurden, blieben überwiegend Männer und Frauen, deren Produktivität als sehr begrenzt eingeschätzt wurde zurück. Was für Amerika ein großer Gewinn war, stellte ein nicht zu kompensierender Verlust für den Schwarzen Kontinent dar. So fehlte Afrika  starken Menschen für seinen eigenen Aufbau. Die Abschaffung des Menschenhandels hätte dazu beitragen können, dass Afrika sich von diesem Verlust erholte, stattdessen lauerte mit der Beendigung der Sklaverei bereits eine neue Geißel, die der Aufbau Afrikas Jahrzehnte lang behindern sollte: Die Eroberung Afrikas durch die Kolonialmächte.

2) Mit Rohstoffe

Wurden sie nicht mehr nach Amerika verschifft, so arbeiteten die Afrikaner im Zuge der Kolonialeroberung nun vor Ort anstatt am  Aufbau des eigenen durch die Sklaverei über Jahrhunderte hinweg geschwächten Kontinents,  an der Versorgung der Mutterländer mit Rohstoffe jeder Art. So ackerten die Afrikaner zum Beispiel Tag für Tag  in Kolonialplantagen, deren Ernten nicht für den eigenen Verbrauch, sondern für denjenigen der Muterländer in Europa diente. Somit beteiligten sie sich am Aufbau der jeweiligen Mutterländer mit hohen Opportunitätskosten für den Aufbau des eigenen Kontinents.

Mit der Auflösung der Kolonialreiche in den 60er Jahre, verband man die Hoffnung, dass Afrika sich endlich seinen eigenen Aufbau widmen wurde. An Potenzial mangelte es trotz Jahrzehnte lange andauernde Ausbeutung kaum. Menschen- und Rohstoffreichtum stellten die besonderen Stärke des Kontinents dar. Nur das Know-how fehlte, weil der größte Teil der Bevölkerung nur auf Plantagenarbeit vorbereitet war. So wurde nach der Entkolonialisierung viel auf die Bildung gesetzt, die als Voraussetzung für die wirtschaftliche, soziale und politische Entfaltung der Menschen ist. Es wurde ein langwieriger Bildungsprozess in Ganggesetzt. So, dass selbst wenn mancherorts ein relativ hohe Analphabetismusquote heutzutage noch verzeichnet, so können die jeweiligen Länder des Schwarzen Kontinents  heute eine gute ausgebildete Elite vorweisen. Dies erweckt neue Hoffnungen im Bezug auf die langersehnten Entwicklungserfolge des Kontinents, wenn da keine neue Geißen bereits in Anmarsch wäre: die Abwanderung von diesen qualifizierten Fachkräften ins Ausland.

3) Mit Human Kapital

So stellte GIGA 2006 fest, dass Afrika in den letzten beiden vergangenen Jahrzehnten ein Drittel seiner Akademiker durch Abwanderung in die Industrieländer verlor.

Würden die Afrikaner früher in die Sklavenschiffe mit Ketten gezwungen, so steigen sie heute freiwillig in den Schiffen und durchqueren den Atlantischen Ozean auf Kosten ihres Lebens.

Dies hat eine negative Wirkung auf die angestrebte Entwicklung und wie bei der Sklaverei und der Kolonialisierung steht Afrika heute beim Braindrain heute wieder mal als Verlierer da. Denn selbst wenn  die Rücküberweisungen der afrikanischen Diaspora zur Armutslinderung beitragen, so dienen diese überwiegend dem Privaten Konsum und beflügeln damit die Inflation. Darüber hinaus, ermöglichen sie es den jeweiligen Staaten, sich der Verantwortung zu entziehen, für Wohlstand durch Förderung des Wirtschaftswachstums zu sorgen. Hinzu kommt die Tatsache,  dass wenn ihr Bedarf durch die Rücküberweisungen der Diaspora gedeckt ist, die Bevölkerung keine Notwendigkeit mehr verspüren auf die Straßen zu gehen und  sich für die lang überfälligen Strukturreformen einzusetzen, die maßgeblich zur Hebung ihres Lebensstandards beitragen würden und den qualifizierten Fachkräfte eine Alternative zu dem Westen bieten würde.

Ohne Druck aus der Bevölkerung, leiten die Regierungen freiwillig keine Strukturreformen  ein und ohne Strukturreformen, die den von den Industrieländern sehr begehrten qualifizierten Arbeitskräfte Perspektiven bieten, werden diese weiterhin ins Ausland abwandern und der langersehnte Fortschritt würde dann noch sehr lange auf sich warten lassen. Die Tatsache, dass nach dem Jahr 2009 und 2010 auch heuer die Auszeichnung von der Mo Ibrahim- Stiftung an herausragenden Politiker zum dritten Mal in sechs Jahren keinen Abnehmer fand,  lässt daran zweifeln, dass die Regierungen der jeweiligen Ländern dieses Problem erkannt haben.

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Wie Afrika den Westen subventioniert

Posted in africa, Entwicklungspolitik, german post, migration, politics, Sub-Saharan Africa, worth reading on September 27th, 2012 by valerie

„Braindrain“  vs. „Braingain“

Abwanderung von Humankapital aus Afrika.

Diese Konstellation geht bereit in die Epoche der Sklaverei und Kolonialisierung zurück.

Damals wurden Männer und Frauen mit starken Statur ausgesucht deren Gesundheit vielversprechend erschien, um die lange Reise im Zuge des Atlantischen Dreieckshandels  zu überleben und  in der lage wären ihr lebenlang zu Ackern.

Bedienten sich die Sklaventreiber im 16. Jahrhundert der  Zwangsmaßnahmen, so geschieht die Abwerbung von hochqualifizierter Fachkräfte aus Afrika heute Mittels attraktiver Angebote am Peispiel der Blauen Karte EU – und überwiegend nach dem Gesetz der freien Marktkräften.

Die Frage ist nur ob heute im Unterschied  zu damals, Afrika von der Abwanderung seiner Arbeitskräfte einen Profit erzielt.

Fakt ist: Unabhängig von seiner Herkunft, von seiner Hautfarbe und seiner sozialen Lage, strebt jeder Mensch nach besseren Lebensbedingungen und neigt deshalb dazu, alles ihm zur Verfügung stehenden Mittel auszuschöpfen um diese Bestrebung zu erfüllen. Gelingt ihm dies nicht  in seinem Herkunftsland, so wird er dazu neigen sein Glück woanders zu versuchen. Dies fürht zur Migrationen, deren Ursachen vielfältig sind.

Typischerweise  für Afrika dient die anhaltende Armut und die mit ihr einhergehende Perspektivlosigkeit als Beweggegrund für die Abwanderung.

Afrika steckt in einem Teufelkreis.

Einerseits wird  von wenigen Ausnahmen abgesehen, vergleichweise wenig  in die Bildung investiert ,  wie dies an der Alphabetismusquote Afrikas zeigt. Wie es aus dem 2011 von den Vereinten Nationen veröffentlichtem Bericht über die sogenannten Millenium Entwicklungsziele hervorgeht, verfügten 2009, 127 Millionen junge Menschen weltweit nicht über eine grundlegende Lese- und Schreibfähigkeit, 47 Millionen davon fallen allein  Afrika südlich der Sahara zu. Andererseits ist  der  Staat obwohl  größter Arbeitsgeber nicht in der Lage alle im Land ausgebildeten Fachkräfte und hochqualifizierte Menschen  zu absorbieren, obwohl er diese Arbeitskräfte dringend braucht.  Aufgrund der wenig Ausgeprägtheit des privaten Sektors und der Komplexität der Wirtschaftsverfassungen der meisten Länder, die eine unternehmerische Tätigkeit erschweren, Beginnen viele gut ausgebildeten Menschen eine Karriere in der Arbeistlosigkeit. Da der Westen mit attraktiven Angebote lockt, wandern viele von ihnen ab.

Im Zuge dieser Abwanderung scheint Afrika als Verlierer in dreifacher Hinsicht.

Erstens: Erzielen die Länder keinen Gewinn aus der Finanzierten Bildung des abgewanderten Human Kapitals. Dieser kommt sattdessen dem Westen zugute. Folglich bildet Afrika auf seine Kosten die Arbeitskraft für den Westen aus und subventioniert somit indirekt die Bildung der  Arbeitskraft der Industrieländer mit.  Da anders  als bei dem Einheimischen Human Kapital,  der Westen seinerseit sich die Investition in die Bildung der eingewanderten Arbeitskraft spart.

Zweitens: Es entgeht den Regierungen in Afrika durch diese Abwanderung  bedeutende Steuereinnahmen.

Drittens: Es besteht ein Verlust an Innovationskraft, die von gut ausgebildeten Arbeitskraft in Ganggesetzt hätte werden können um die Entwicklung voranzubringen.

Ob dies mit den Rücküberweisungen  kompensiert werden kann, sei mal dahin gestellt.

Es fällt jedoch auf, dass aufgrund der günstigeren Arbeitsbedingungen in dem Westen, nicht nur der Arbeitslose Teil des Humankapitals abwandert.  Hinzu kommt, dass die von dem Westen zur Verfügung gestellten Alternative, die Entfaltung der eigenen Kreativität seitens der Fachkräfte und Hochqualifizierten Bevölkerung Afrikas hemmt, wenn es bedenkt wird, dass  Not die Mutter aller Erfindungen ist, dann wird Afrika diese Chance genommen, was früher oder später zur Stagnierung der ohnehin schwachen Wirtschaft fürht.

So gesehen steht Afrika im Bezug auf Beschäftigung genauso wie bei der Sklaverei und Kolonialisierung als klarer Verlierer der Globalisierung da.

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