Globalisierung und „Wirtschaftsflüchtlinge“

Posted in off topic on Januar 7th, 2019 by valerie

Während die Globalisierung und der mit ihr einhergehende Freihandel viele Gewinner unter anderem China und Indien hervorbrachte und den westlichen Industrienationen mehr Wohlstand bescherte, ging Afrika südlich der Sahara nicht nur leer aus. Seine wirtschaftliche Situation verschlechterte sich durch die Globalisierung immens.

So verlor Subsahara Afrika im Zuge des Freihandels im Hinblick auf Agrarprodukte ihre Wettbewerbsfähigkeit, weil seine Märkte mit Waren übergeschwemmt wurden, die die Binnenproduktion vernichtete. Da die meisten Menschen ihr Brot im Agrarsektor verdienten, erzeugte dies eine hohe Arbeitslosigkeit. Auf der anderen Seite konnten die Menschen nicht in die anderen Sektoren zum Beispiel in den Industriesektor ausweichen, da auch dort die Lage durch die Überschwemmung der afrikanischen Märkte mit Gebrauchtwaren (Kleidung, Computer, Autos, Maschinen etc … ) desolat war. Diese Arbeits- und die daraus resultierende Perspektivlosigkeit, sind es die die Menschen dazu veranlassen dem Kontinent den Rücken zu kehren mit der Hoffnung auf ein besseres Leben, das aus ihrer Sicht nur in den westlichen Industriestaaten realisierbar ist.

Daraus entsprangt die Charakterisierung als „Wirtschaftsflüchtling“ und die Angst, dass wenn sie sich einmal niedergelassen haben, den Sozialstaat ausnutzen würden. Gewiss gibt es überall Trittbrettfahrer, jedoch wer seiner Heimat den Rücken gekehrt hat und so weit gekommen ist, träumt von etwas größerem als von Sozialleistungen.

Denn im Unterschied zu den westlichen Industriestaaten, fungieren die Kinder in Afrika südlich der Sahara weiterhin als Alterssicherung. Wer in den Westen bzw. in das „Paradies“angekommen ist, trägt nunmehr die große Verantwortung nicht nur für die eigenen Eltern, sondern muss auch für die ganz große Familie sorgen. In form von: Bildungsfinanzierung, Finanzierung sämtlicher Lebenshaltungskosten inklusive Gesundheit etc… Dies gelingt unmöglich indem man Monat für Monat auf staatliche Unterstützung angewiesen ist. Die meisten Afrikaner, die es hierher geschafft haben, sind fleißig und wollen arbeiten, sie wollen selbst in der Lage sein Geld zu verdienen. Nur die gesetzliche Lage stellt manchmal ein Hindernis dar.

Insofern stellen die sog. Wirtschaftsflüchtlinge anders als dargestellt keine Gefahr für den Sozialstaat dar. Ganz im Gegenteil, sie zahlen zugleich in die Rentenkasse ein und tragen gleichzeitig mit ihren Rücküberweisungen zum  Wirtschaftswachstum in den Ursprungsländern bei.

 

 

Tags: ,

Doppelte Staatsbürgerschaft

Posted in german post, migration, politics on Juni 13th, 2009 by valerie

Identitätsverlust durch Einbürgerung?

Unter Globalisierung wird zumeist die unumgängliche, irreversible und alternativlose Marktfreiheit der Unternehmen verstanden (Globalplayer). Die Globalisierung aber ist zugleich ein Prozess der Ausweitung, Vertiefung und Beschleunigung von grenzüberschreitenden Transaktionen und zwar jeder Art.

Doch dieses grenzenlose Zeitalter und die von ihr einhergehende Freizügigkeit, lässt sich überwiegend in der Ökonomie, der Ökologie, in den Medien, in der Kultur sowie in der Sozialkultur nachweisen.

Für die Menschen jedoch ist sie mit vielen Barrieren und Hindernissen verbunden. Es stimmt zwar, dass eine hohe Mobilität der Menschen beobachtet wird. Diese Mobilität verleiht ihnen die freie Entscheidung über ihr Lebensmittelpunkt.

Um die Rechte der Wahlheimat jedoch als Bürger als solcher genießen zu können reicht eine einfache Aufenthaltsgenehmigung nicht aus. Man ist auf die Übernahme der  Staatsbürgerschaft angewiesen.

Hier stehen die Menschen vor einem Dilemma, da es die Trennung von ihrer ursprünglichen Staatsbürgerschaft aufzugeben, um die deutsche Staatsbürgerschaft zu erlangen.

Die meisten Ausländer wollen nicht in die Lage versetzt werden, ein Visum zu beantragen, um  ihre ursprüngliche Heimat und die Familie, die dort lebt zu besuchen. Dies käme einem Identitätsverlust gleich. Da die Identität, das ist, was den Menschen definiert und ausmacht, verzichten die einen und die anderen lieber auf die Vorteile, die aus der Einbürgerung entstehen würden, um ihre Identität beizubehalten. Damit läßt sich die sinkende Zahl der Einbürgerungen rechtfertigen. Wie es aus einem Bericht der Deutschen Welle hervorgeht, ist die Zahl der Einbürgerung letztes Jahr um 16 Prozent zurückgegangen. Dies zeigt, dass immer  weniger Ausländer sich für die Übernahme der deutsche Staatsbürgerschaft entscheiden.

Migrationshintergrund nach Alter

Migrationshintergrund nach Alter *

Warum kann keine neue Staatsbürgerschaft bei Beibehaltung der alten einführt werden? Die sogenannte doppelte Staatsbürgerschaft würde doch auch eine Lösung für Deutschland darstellen. Laut statistisches Bundesamt machen die Ausländer miteinem dem Bevölkerungsanteil von 7.255.395  immerhin 8 Prozent der gesamten deutschen Bevölkerung aus.

* Quelle: Statistisches Jahrbuch 2008, Statistisches Bundesamt

Tags: , , , , ,