AIDS-Warum?

Posted in off topic on Dezember 1st, 2011 by valerie

Red Ribbon

Dann schickte sie mir ihre Fotos. Sie war nicht mehr zu erkennen. Komplett abgemagert, nur noch Knochen und Haut. Ihre natürliche Schönheit dahin geflossen. Sie war erst vierzig Jahre alt, sah aber aus als wäre sie bereits siebzig. Nach Erhalt ihrer Fotos, konnte ich mich nicht dazu entschließen sie anzurufen. Dazu fehlte mir die Kraft. Drei Tage später ergriff sie die Initiative, sie wollte sich vergewissern, dass die Fotos tatsächlich bei mir angekommen waren.

Alles war ihr genommen worden. Ihre Stimme aber war nach wie vor so warm und  kuschelig. Ohne diese Fotos hätte ich mir das Ausmaß ihres Leidens nicht annährend vorstellen können. Dann fragte sie mich, ob ich gesehen hatte wie stark  sie gealtert war. Ich versuchte meine Gefühle zu unterdrücken und meine  Stimme so zu verstellen, damit sie mein Schluchzen nicht merkte. Wie soll ich ihr verheimlichen, dass ihre Fotos mich aufwülten? Dass ich nach dem Erhalt untröstlich war und nicht mehr zum weinen aufgehört hatte. Denn ich sah es kommen, noch schlimmer sie sah es selbst kommen aber keiner von uns war in der Lage das Ende aufzuhalten. Eine Zeit lang halfen die Medikamente. Danach wurden sie zum Gift für ihren Körper.

Der ganze Mund wurde voll mit wunden, das Zahnfleisch, die Zunge und den Hals. In diesem Zustand unmöglich weder Medikamente noch Nahrung zu sich zu nehemen. Ein Paar Tage zuvor hatte sie sich ohnehin dazu entschlossen die Einnahme von  Medikamente einzustellen. Sie war der Auffassung, dass diese den Krankheitsverlauf beschleunigten. Bei unserem letzten Telefonat erteilte sie mir den Wunsch in ein Kloster gehen zu wollen, die Gebete und die Lieder wurden ihr gut tun so ihre Begründung. Zwei Tage später fiel sie ins Koma. In diesem Zustand blieb sie dann zwei Wochen.

Am 5. November 2009 dann verabschiedete sie sich von der Welt und ich hatte eine Schwester weniger. AIDS war die Ursache ihres Leidens gewesen.

Heute am Welt-aids-Tag, denke ich an sie an ihren Leidensweg, ich denke an alle meine Freunde, Bekannte, Verwandte und geschwister, die AIDS zum Opfer gefallen sind. Ich denke an alle HIV infizierte und an alle bei denen AIDS bereits ausgebrochen ist an ihre Familie und spreche ihnen Mut zu. Zudem appelliere ich an alle, die irgendwie helfen können, keine Gelegenheit zu verpassen dies zu tun egal in welchem Bereich und welchem Ausmaß. Denn keine Hilfe ist zu klein um geleistet werden zu dürfen.

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AIDS: Das Trojanische Pferd auf dem afrikanischen Boden!

Posted in africa, german post, off topic on Juli 3rd, 2009 by valerie

Der wohlbehütete Feind!

Unter den Hauptursachen der rasanten Aidsverbreitung in Afrika, wird neben dem Leugnen der Existenz dieser Immunschwächekrankheit, die prekären Lebensverhältnisse und die Ignoranz, das große Schweigen darüber gezählt. Denn in Afrika, wo sie die meisten Opfer verursacht kann man ziemlich so an alles sterben, nur nicht an AIDS. Die meisten Kranheiten werden offengelegt, Aids dagegen wird in den Familien solange thematisiert, wie es bei dem Nachbar vermutet wird. Kommt tatsächlich ein Aidsfall in der eigenen Familie vor, dann wird Schweigen das höchste Gebot.

Warum ist es so?

Weil Aids hier nach wie vor als eine Scham-, eine unethische und unsittliche Krankheit behandelt wird, eine Krankheit an die man lieber stirbt als das man sich als Aids-infizierter outet. Desweiteren kommt eine Aidsdiagnose zumeist ein Todesurteil gleich.

Die öffentliche Medien haben in weiten Teilen des Kontinents die Aufkärung zwar aufgenommen, in engen privaten Kreise wird Aids jedoch weiterhin tabuisiert.

Durch das Schweigen aber nehmen sich die Menschen selbst die Chance zur einer rechtzeitigen Behandlung, zumal diese gerade von den meisten afrikanischen Regierungen übernommen werden. Sie verkürzen somit womöglich ihr eigenes Leben, das  mit einer rechtzeitigen Behandlung hätte verlängert werden können.

Selbst über den Tod hinaus wird geschwiegen. Dieser wird zum Teil auf dem Konto der Hexerei verbucht, was den hinterbliebenen Freunden, Bekannten, Nachbarn und selbst den Familienmitglieder, die Chance raubt sich vor diesem „lautloser Killer“ in acht zu nehmen. Denn spätestens, wenn Aids durch das jahrelange Leiden und durch den anschließenden Tod eine Gestalt nimmt und auch als solche anerkannt wird, werden die Menschen begreifen, das es sich bei Aids nicht um ein Phantom handelt.

Aids dezimiert die afrikanische Bevölkerung!

Laut Barthlomäus Grill (Afrika-Korrespondent der Zeit), fielen dem Erreger seit seiner Entdeckung 1981 rund 20 Millionen Menschen zum Opfer. Er prognostiziert, dass die Pandemie in 20 Jahren mehr Leben ausgelöscht haben wird als der zweite Weltkrieg. Bedenkt man, dass die Immunschwächekrankheit die meisten Opfer bisher auf dem Schwarzen Kontinent verursacht, dann gibt es durchaus Grund zur Besorgnis für den längerfristigen Erhalt der Lebensgrundlagen in Subsahara Afrika.
Statistiken der Weltbank zufolge waren zum Beispiel 2007 weltweit 33 Millionen Kinder und Erwachsene an Aids erkrankt. Allein in den Ländern südlich der Sahara waren es 22 Millionen. Im selben Jahr gab weltweit 2,7 Millionen Neuinfizierungen, das Afrika südlich der Sahara nahm mit einem Anteil von 1,9 Millionen den Spitzenplatz ein.
Was die Todesfälle anbelangt, starben weltweit zwei Millionen Menschen an Aids, drei Viertel davon waren Afrikaner.
Diese Zahlen sprechen eine eindeutige Sprache und haben eine klare Botschaft. Fakt ist: Eine in weiten Teilen erkrankte Bevölkerung würde höchstwahrscheinlich zu einem wirtschaftlichen und politischen Kollaps führen, dessen Folge die Beeinträchtigung der Selbstversorgungsfähigkeit und die Destabilisierung des gesamten Kontinents wäre.
Deshalb muss den Menschen erklärt werden, dass das Aids-Phänomen einem „Trojanischen Pferd“ ähnelt, das den Abdruck des Feindes trägt, der sowohl unsichtbar als auch unberechenbar ist. Dem es deshalb gilt den Garaus zu machen. Dies geschieht nur dann, wenn darüber offen gesprochen wird als Betroffene, als Lehrer, als Erziehungsbeauftragte, als Eltern, als Geschwister, als Regierung, als Freund oder Freundin. Als verantwortungsbewusster Mitbürger, der besorgt ist um die Zukunft seines Vaterlandes und seines Kontinents.

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