Industrialisierung gegen Gewalt an Frauen in Afrika

Ursprünge der Gewalt an Frauen

1) Traditionelle Hintergrund

Beabsichtigt ein Mann eine Frau zu heiraten, verlangt die Tradition von ihm, dass er um die Hand seiner Angebeteten bei ihrer Familie anhalten muss. Kann sich die Familie vorstellen die Tochter mit ihm zu verheiraten, bekommt der Mann eine Liste von Gegenständen, die er liefern muss bevor die Hochzeit stattfinden darf.

War dieser Brauch ursprünglich symbolisch für die zeremonielle Verlobung angelegt, so hat er im Laufe der Zeit unglaubliche Dimensionen erreicht. Reichten früher ein Paar Stoffe und Eisenstangen, so nutzt manche Familie dieser Brauch heutzutage als eine unverhoffte Gelegenheit sich zu „bereichern“. Sie nehmen deshalb den künftigen Schwiegersohn ordentlich aus. Vor diesem Hintergrund findet in der Realität ein Austausch Frau gegen Gegenstände statt. Folglich betrachtet der Mann seine spätere angetraute auch als solche: als Gegenstand.

Ein Gegenstand den er gegen Bezahlung erworben hat und nach seinem Gutdünken behandeln kann.

Er kann sie vergewaltigen,  sie züchtigen,  sie demütigen, sie betrügen und sie sogar in den Tod befördern ohne jemals dafür Rechenschaft ablegen zu müssen. Eigentum macht’s möglich.

Die Frau ihrerseits fügt sich in diese Rolle und lässt leise alles über sich ergehen. Denn Laut der herrschenden Meinung verrät eine tüchtige Frau nichts über ihre Ehe. Außerdem,  hat sie ohnehin überhaupt keine Wahl: Es gibt für sie meistens nach der Eheschließung keinen Weg mehr zurück. Nicht nur, weil es viel für sie bezahlt wurde, sondern auch, weil eine Frau traditionsgemäß kein Anrecht auf das elterliche Erbe besitzt. Sie ist dazu bestimmt zu heiraten und den Familiensitz  für immer den Rücken zu kehren. Hinzu kommt, dass es gesellschaftlich besser für eine Frau ist, falsch verheiratet als ledig zu sein.

Dies ist nicht nur Gang und Gäbe bei der ungebildeten Bevölkerungsschicht.

2) Berufliche Dimension

In der Arbeitswelt insbesondere im öffentlichen Dienst, werden manche Beförderungen oftmals an Status geknüpft.  Manche Posten werden daher nur an verheirateten Frauen vergeben. Will eine Frau Karriere machen wird die Heirat für sie unumgänglich. Manch eine Frau duldet deshalb jede Form von Misshandlungen, weil Madame einen besseren Eindruck hinterlässt und noch mehr berufliche Chancen eröffnet als Mademoiselle. Gerade gut ausgebildete Frauen nehmen es sogar in Kauf ihr Mann mit anderen Frauen in Form der Polygamie zu teilen als gar keinen Mann zu haben. Hauptsache Madame bzw.  Mrs. steht vor ihren Namen.

Möglicher Ausweg

Es gibt mittlerweile viele Organisationen, deren Fokus nicht nur auf die Alphabetisierung der Frauen, sondern auch auf die Bildung der Mädchen liegt. Angesichts der hohen Arbeitslosigkeit in machen Gegenden Afrikas, wäre es jedoch wünschenswert, wenn diese Bemühung um Bildung Hand in Hand mit der Förderung des Unternehmertums und der ausländischen Direktinvestitionen gehen würde. Dies würde den ausgebildeten Frauen den Weg in die Selbständigkeit eröffnen. Und zwar in doppelter Hinsicht. Einerseits würden sie sich von den Abhängigkeitsketten gegenüber den Männern lösen andererseits wären sie nicht mehr auf eine Aufnahme in dem öffentlichen Dienst angewiesen. Sie würden somit die Freiheit erlangen ihr Schicksal selbst in die Hand zu nehmen und bekämen gleichzeitig die Möglichkeit sich für ihre Rechte einzusetzen.

Wenn sie aber nach ihrer Ausbildung wieder auf die Straße landen und jeden Tag um das nackten Überlaben kämpfen müssen, dann bleibt ihnen keine andere Wahl als sich wieder in die Knechtschaft zu begeben. Die Knechtschaft raubt ihnen jedoch die Möglichkeit über ihre Rechte nachzudenken und das Wissen anzuwenden, das sie vermittelt bekommen haben.

In Afrika sind die Frauen noch weit davon entfernt den Kampf um ihre Rechte zu gewinnen. Sie werden ihn auch nicht gewinnen können solange Armut noch eine Selbstverständlichkeit in Afrika ist. Dabei wären sie geradezu prädestiniert, um Afrika aus der Sackgasse zu befreien. Wenn sie jedoch weiterhin in ihre Rechte eingeschränkt werden, wird Afrika als Synonym für Armut fungieren. Ein Dauerhafter Armutszustand befeuert jedoch die Kriminalität, Gewalt und Krieg, was den Frieden beeinträchtigt und die Armut wiederum verstärkt. Ein teufelkreis eben.

So betrachtet, sollte das lateinische Sprichwort „Si vis pacem para bellum“ in „Si vis pacem para prospera“ umschrieben werden.  „Wer Frieden wünscht, bereitet den Krieg vor“ in  “ Wer Frieden will bereitet Wohlstand vor.“

Obgleich die Industrialisierung mit Blick auf die Umwelt mittlerweile als Übel angesehen wird, wäre sie dennoch das notwendigste nicht nur für das Wohlergehen der Frauen in Afrika. Sie wäre ein notwendiges Übel gegen die meisten Übel, die in Afrika gegenwärtig wüten.

 

 

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