Industrialisierung Wohlstand und Umwelt

Posted in africa, economic policy, german post, politics, Sub-Saharan Africa, Wirtschaftspolitik, worth reading on November 14th, 2013 by valerie

Industrialisierung ist für Wohlstand, das was die Demokratie für den Staat ist.

Nicht der perfekte aber der beste, dem Menschen bekannte Weg einer Volkswirtschaft zum Wohlstand zu gelangen.

Wie soll Wohlstand erreicht werden, wenn dieser Industrialisierung voraussetzt? Wenn es bedenkt wird, dass Industrialisierung mit übermäßigem Verbrauch an natürlichen Ressourcen einhergeht und der übermäßige Verbrauch von Rohstoffen seinerseits den Klimawandel als Folge hat, mit teilweise unumkehrbaren Umweltschäden wie beispielsweise die Erderwärmung und die Ausdünnung des Ozons.

Was bedeutet das für die noch nicht industrialisierten Länder ? Müssen sie auf die langersehnte Industrialisierung der Umwelt zu Liebe verzichten und damit den Traum vom Wohlstand aufgeben? Was ist die Alternative zur Industrialisierung?

Besteht die Lösung darin technologisch fortgeschrittenen Industrieländern ganz die Warenproduktion jeglicher Art zu überlassen und sich selbst mit der Rolle des ewigen Warenimporteurs abzufinden, um die Umwelt nicht noch mehr zu belasten, weil jede neue Industrialisierung nicht nur mit immensem  Rohstoff- und Energieverbrauch einhergeht, sondern auch den globalen Anstieg  an CO2 -Ausstoß bedeuten würde? Oder liegt die Lösung darin, dass die bestehende Industriestaaten ihre Überproduktion und damit ihren Rohstoff- und Energieverbrauch reduzieren und somit den noch nicht industrialisierten Ländern die Chance gewähren aus eigener Kraft Industrialisierung voranzustreiten und zum Wohlstand zu gelangen?

Die zweite Option würde jedenfalls einen Beitrag zu den allgegenwärtigen Kämpfen der Weltgemeinschaft leisten. Nämlich die Armutsbekämpfung und der Kampf gegen die Umweltzerstörung.

Beitrag leisten zum Kampf gegen Armut, weil die Industrieländer nicht mehr wie bisher die Märkte der noch nicht industrialisierten Länder mit ihren Industrieerzeugnissen und Agrarprodukten überschwemmen würden. Was die Unternehmen der noch nicht industrialisierten Länder wettbewerbsunfähig macht und damit viele Arbeitsplätze nicht nur vernichtet werden, sondern die Chance beraubt wird überhaupt welche enstehen zu lassen. Die noch  nicht industrialisierten Länder hätten die Gelegenheit die Rohstoffexporterlöse in die Förderung der Industrialisierung zu reinvestieren und wer Industrialisierung sagt, sagt Wohlstand und damit auch Armutsbeseitigung.

Beitrag leisten zum Kampf gegen die Umweltzerstörung, da die Reduzierung der Produktion mit der Reduzierung des Rohstoff- und Energieverbrauchs einhergeht, würden die Industrienationen ihre Rohstoff- und Energieimporte aus den rohstoffreichen noch nicht industrialisierten Ländern einschränken.  Dies würde dazu führen, dass die noch nicht industrialisierten Länder diesen Anteil an Energie- und Rohstoffe der nicht mehr von den Industrienationen abgenommen wird, selbst in ihren Industrialisierunsprozess mit einfleißen zu lassen ohne die Umwelt zusätzlich durch erhöhten Mengenabbau an Rohstoffen zu belasten. Die Emission des CO2 würde durch die Senkung der Produktion in den Industrieländern reduziert und vielleicht um den gleichen Anteil in den eingehenden Industrieländer steigen ohne jedoch global zuzunehmen und die Umwelt zusätzlich zu belasten.

So viel wie die Menschen in den Industrieländern Rohstoffe und Energie verbrauchen, so schnell können selbst die regenerierbaren Rohstoffe gar nicht regeneriert werden. Laut GEOPOLITICAL, verbraucht beispielsweise in Deutschland jeder Bürger im Laufe seines Lebens im Durchschnitt rund 1.000 Tonnen Erze, Erden und Mineralien. Angenommen dies würde nicht nur für die übrigen Industrienationen gelten, sondern auch für die noch nicht industrialisierten Länder, wo stünde die Welt heute?

Das Beispiel der Volksrepublik China zeigt, dass es nicht tragbar für die Umwelt wäre, wenn die Industrienationen weiterhin wachsen würden, wie bisher und die heute noch nicht Industrienationen an ihnen anknüpfen würden.

Mit seiner Industrialisierung hat China im Jahr 2009 bereits die Vereinigten Staaten als den weltweit größten Energieverbraucher abgelöst. Verbrauchte China im Jahr 2000 nur halb so viel Energie wie die USA, so hat sich sein Energiebedarf im Verhältnis zu den zehn Jahren zuvor, zwischen 2000 und 2008 vervierfacht. Vor diesem Hintergrund prognostizierte die internationale Energie Agentur 2010 sogar einen Anstieg des chinesischen Energiebedarfs zwischen den Jahren 2008 und 2035 um 75 Prozent mit einem Anteil von 22 Prozent am globalen Energiebedarf.

Angenommen Afrika würde mit seiner eine Milliarden Menschen analog wie China aufgrund der einsetzenden Industrialisierung genauso viel Energie verbrauchen, wie sähe dann der globale Rohstoff- und Energiebedarf aus? Würde dann fernab der Umweltschäden kein neuer Krieg ausbrechen? Ein Krieg um Ressourcen?

Da Afrika nach Wohlstand strebt, wird sich der Kontinent industrialisieren müssen. Da Industrialisierung die Gefahr der massiven Umweltzerstörung birgt, sind die Industrienationen in der Pflicht um dies zu ermöglichen, ihren Rohstoffkonsum zu zügeln.

Es wäre an der Zeit, dass die Industrienationen einen umweltbewussten Umgang mit den Ressourcen zeigen, indem sie aufhören zu produzieren um wegzuwerfen, um die Märkte der noch nicht industrialisierten Nationen zu überschwemmen, indem sie einfach kurz treten und damit den noch nicht industrialisierten Staaten Industrialisierung und somit Wohlstand ermöglichen.

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Industrialisierung gegen Gewalt an Frauen in Afrika

Posted in africa, Bildungspolitik, german post, safety policy, worth reading on März 13th, 2013 by valerie

Ursprünge der Gewalt an Frauen

1) Traditionelle Hintergrund

Beabsichtigt ein Mann eine Frau zu heiraten, verlangt die Tradition von ihm, dass er um die Hand seiner Angebeteten bei ihrer Familie anhalten muss. Kann sich die Familie vorstellen die Tochter mit ihm zu verheiraten, bekommt der Mann eine Liste von Gegenständen, die er liefern muss bevor die Hochzeit stattfinden darf.

War dieser Brauch ursprünglich symbolisch für die zeremonielle Verlobung angelegt, so hat er im Laufe der Zeit unglaubliche Dimensionen erreicht. Reichten früher ein Paar Stoffe und Eisenstangen, so nutzt manche Familie dieser Brauch heutzutage als eine unverhoffte Gelegenheit sich zu „bereichern“. Sie nehmen deshalb den künftigen Schwiegersohn ordentlich aus. Vor diesem Hintergrund findet in der Realität ein Austausch Frau gegen Gegenstände statt. Folglich betrachtet der Mann seine spätere angetraute auch als solche: als Gegenstand.

Ein Gegenstand den er gegen Bezahlung erworben hat und nach seinem Gutdünken behandeln kann.

Er kann sie vergewaltigen,  sie züchtigen,  sie demütigen, sie betrügen und sie sogar in den Tod befördern ohne jemals dafür Rechenschaft ablegen zu müssen. Eigentum macht’s möglich.

Die Frau ihrerseits fügt sich in diese Rolle und lässt leise alles über sich ergehen. Denn Laut der herrschenden Meinung verrät eine tüchtige Frau nichts über ihre Ehe. Außerdem,  hat sie ohnehin überhaupt keine Wahl: Es gibt für sie meistens nach der Eheschließung keinen Weg mehr zurück. Nicht nur, weil es viel für sie bezahlt wurde, sondern auch, weil eine Frau traditionsgemäß kein Anrecht auf das elterliche Erbe besitzt. Sie ist dazu bestimmt zu heiraten und den Familiensitz  für immer den Rücken zu kehren. Hinzu kommt, dass es gesellschaftlich besser für eine Frau ist, falsch verheiratet als ledig zu sein.

Dies ist nicht nur Gang und Gäbe bei der ungebildeten Bevölkerungsschicht.

2) Berufliche Dimension

In der Arbeitswelt insbesondere im öffentlichen Dienst, werden manche Beförderungen oftmals an Status geknüpft.  Manche Posten werden daher nur an verheirateten Frauen vergeben. Will eine Frau Karriere machen wird die Heirat für sie unumgänglich. Manch eine Frau duldet deshalb jede Form von Misshandlungen, weil Madame einen besseren Eindruck hinterlässt und noch mehr berufliche Chancen eröffnet als Mademoiselle. Gerade gut ausgebildete Frauen nehmen es sogar in Kauf ihr Mann mit anderen Frauen in Form der Polygamie zu teilen als gar keinen Mann zu haben. Hauptsache Madame bzw.  Mrs. steht vor ihren Namen.

Möglicher Ausweg

Es gibt mittlerweile viele Organisationen, deren Fokus nicht nur auf die Alphabetisierung der Frauen, sondern auch auf die Bildung der Mädchen liegt. Angesichts der hohen Arbeitslosigkeit in machen Gegenden Afrikas, wäre es jedoch wünschenswert, wenn diese Bemühung um Bildung Hand in Hand mit der Förderung des Unternehmertums und der ausländischen Direktinvestitionen gehen würde. Dies würde den ausgebildeten Frauen den Weg in die Selbständigkeit eröffnen. Und zwar in doppelter Hinsicht. Einerseits würden sie sich von den Abhängigkeitsketten gegenüber den Männern lösen andererseits wären sie nicht mehr auf eine Aufnahme in dem öffentlichen Dienst angewiesen. Sie würden somit die Freiheit erlangen ihr Schicksal selbst in die Hand zu nehmen und bekämen gleichzeitig die Möglichkeit sich für ihre Rechte einzusetzen.

Wenn sie aber nach ihrer Ausbildung wieder auf die Straße landen und jeden Tag um das nackten Überlaben kämpfen müssen, dann bleibt ihnen keine andere Wahl als sich wieder in die Knechtschaft zu begeben. Die Knechtschaft raubt ihnen jedoch die Möglichkeit über ihre Rechte nachzudenken und das Wissen anzuwenden, das sie vermittelt bekommen haben.

In Afrika sind die Frauen noch weit davon entfernt den Kampf um ihre Rechte zu gewinnen. Sie werden ihn auch nicht gewinnen können solange Armut noch eine Selbstverständlichkeit in Afrika ist. Dabei wären sie geradezu prädestiniert, um Afrika aus der Sackgasse zu befreien. Wenn sie jedoch weiterhin in ihre Rechte eingeschränkt werden, wird Afrika als Synonym für Armut fungieren. Ein Dauerhafter Armutszustand befeuert jedoch die Kriminalität, Gewalt und Krieg, was den Frieden beeinträchtigt und die Armut wiederum verstärkt. Ein teufelkreis eben.

So betrachtet, sollte das lateinische Sprichwort „Si vis pacem para bellum“ in „Si vis pacem para prospera“ umschrieben werden.  „Wer Frieden wünscht, bereitet den Krieg vor“ in  “ Wer Frieden will bereitet Wohlstand vor.“

Obgleich die Industrialisierung mit Blick auf die Umwelt mittlerweile als Übel angesehen wird, wäre sie dennoch das notwendigste nicht nur für das Wohlergehen der Frauen in Afrika. Sie wäre ein notwendiges Übel gegen die meisten Übel, die in Afrika gegenwärtig wüten.

 

 

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Industrialisierung gegen Krieg

Posted in africa, diplomacy, Entwicklungspolitik, german post, international relations, safety policy, Sub-Saharan Africa on Februar 21st, 2013 by valerie

Afrika ist Inbegriff von Armut.

2011Yaounde_II 132Dieser Zusammenhang ist bereits eine Selbstverständlichkeit geworden. Dieser ist nicht mehr weg zu denken. Wenn Armut ein Kunstwerk wäre, dann wäre Afrika sein Meister. Mittlerweile gilt Armut als die von Afrika „hausgemachte Ware“. Aber Armut wird nicht nur in Afrika von Afrika gemacht, sondern ganz gezielt für Afrika systematisch produziert.

 

 

Armut ist Nährboden von Seuchen jeder Art, sowohl geistiger als auch physischer.

Armut begünstigt nicht nur die Kriminaltät, sondern auch den Terrorismus und den Krieg.

Dort wo Armut herrscht, müssen die Menschen tagtäglich ums nackte Überleben kämpfen. Dabei ist jedes Mittel recht.

Es herrscht ein immerwährender Krieg ums Wasser, Krieg um Rohstoffe, Krieg um Lebensmittel, Krieg um Medikamente. Krieg ums Überleben eben.

2011Yaounde_II 117Dort wo es Armut gibt, hat die Jugend keine Zukunft und wo die Jugend keine Zukunft hat, gehen ganze Generationen verloren. Das Resultat ist wiederum Armut. Ein Teufelskreis von dem Afrika seit Jahrzehnten vergeblich versucht sich zu befreien. Nachdem es aus der Kolonialisierung in eine bereits etablierte Welt entlassen wurde.

Erst wenn die Armut in Afrika beseitigt sein wird, wird es Frieden und Sicherheit geben. Nicht nur für Afrika, sondern auch für die ganze Welt. Wird es keine extremistische Kämpfe geben, wie sie gegenwärtig in Mali und Nigeria geführt werden. Wird es keine Völkermorde mehr geben, wie einst in Rwanda.

Wenn die Industrienationen zur Beseitigung der Armut in Afrika beitragen wollen, dann ist es an der Zeit effiziente ökonomische Maßnahmen zu ergeifen, die die Industrialisierung in Afrika maßgeblich vorantreiben werden.

Dies tun sie nicht, indem sie Afrika wie bisher ständig Sach- und Geldmittel in Form von Entwicklungshilfe spenden, oder indem sie Afrika lediglich als ihr Rohstoffreservoir und Absatzmarkt sehen. Sondern indem sie Afrika als vollwertigen Handelspartner behandeln und faire Handelsverträge mit den Ländern des Schwarzen Kontinents  schließen, die die Industrialisierung und die Wohlfahrt tatsächlich fördern.

Was nutzen die Verträge wie das Lomé Abkommen, wenn es den afrikanischen Ländern zwar eingeräumt wird uneingeschränkt Industrieerzeugnisse, die sie ohnehin nicht produzieren in die Industrieländer ausführen, während sie nur eingeschränkt Agrarerzeugnisse in deren Produktion sie spezialisiert sind einführen dürfen?

Manch einer sieht darin die Förderung der Industrialisierung schlechthin. Aber wie wettbewerbsfähig sind die Länder Afrikas in der sich globalisierenden Welt, vor allem wenn bedacht wird, dass ihnen der Freihandel im Rahmen der Strukturanpassungsprogrammen auferlegt wurde und daher über keine Instrumente zum Schutz der heimischen Industrie verfügen. Wäre die Ausfuhr der Argrarerzeugnissen uneingeschränkt, könnten die afrikanischen Länder die daraus resultierenden Mehreinnahmen für die Förderung ihrer eigenen Industrie verwenden. Indem diese zum Beispiel in den Aufbau der Infrastruktur reinvestieren wurden deren Zustand immer noch sehr zu wünschen übrig läßt. Jedoch eine der wichtigen Voraussetzungen für Industrialisierung ist.

Sie könnten als ein Markt mit beinahe einer Milliarde an Konsumenten, auch Handel miteinander betreiben, was bisher aus mangelnder Diversifizierung nicht der Fall ist. Sie bieten alle die selben Produkte – natürliche Rohstoffe –  an.

Die fortschreitenden Industrialisierung würde nicht nur die Armut nachhaltig beseitigen, sondern auch extremistische Kämpfe und Völkermorde sowie Terrorismus  maßgeblich reduzieren. Frieden und Sicherheit wären somit längerfristig hergestellt.

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