Frauenquote und Selbstregulierung

Dort wo die Selbstregulierung versagt muss der Staat eingreifen.

In der aktuellen Diskussion um eine gesetzliche Einführung der Frauenquote in den Führungspositionen in die Wirtschaft, gibt ein Gegenargument das mich nicht mehr los lässt.

Etwa wonach die Frauen ihre Beförderung in die Führungspositionen ständig verteidigen müssten. Desweiteren sich gegen den stillen Vorwurf wehren müssen, sie hätten ihre Position nicht in erster Linie aufgund ihrer individuellen Leistung erreicht, sondern verdankten diese einer staaltlichen Vorgabe.

À Propos Staatliche Vorgabe:

Dass die Frauen es allgemein schwieriger haben in dem Beruf weiter zu kommen und dies besonderes bis in die Chefetagen, verdanken wir nicht nur der seit jeher geltenden traditionellen Rollenverteilung zwischen den Geschlechtern, welche über Generationen hinweg als von Gott gegeben hingenommen wurde und in der der Mann als angeborener Jäger konsequenterweise als Ernährer und Beschützer der Familie fungierte, sondern auch ihrer gesetzlichen Übertragung und Verankerung in zivilisierten Gesellschaften.

So benötigte eine Ehefrau selbst in den modernen Gesellschaften Mitte der 90er Jahre immer noch die Zustimmung ihres Mannes, um erwerbstätig sein zu dürfen. Diese Entmündigung der Frau, die in ihrer Abhängigkeit vom Mann mündete, entsprang  somit nicht nur der Macht der Gewöhnheit, sie wurde auch durch ein Gesetz institutionalisiert.

Ferner blieb das Wahlrecht – von einigen Gesellschaften abgesehen – bis in den 90er Jahre den Männern vorbehalten. So gesehen fehlte den Frauen die politische Partizipation und somit die politische Repräsention, die für die Durchsetzung eigener Interessen und Belange -zum Beispiel ein uneingeschränktes Recht auf Arbeit – die Voraussetzung ist.

Obgleich diese Regelung  in der ersten Hälfte der 90er Jahre weitgehend abgeschafft wurde, – in Deutschland  erst mit dem Inkrafttreten des Gleichberechtigungsgesetzes von 1958 – so hat diese Veränderung den Frauen zwar die freie Entfaltung ihrer Persönlichkeit und freie Berufsauswahl beschert,  das klassische Bild der Frauen in der Arbeitswelt jedoch nur bedingt verändert. So kommt es, dass obwohl es starke und hochqualifizierte Frauen seither gegeben hat und gibt, die mit ihrer Führungsqualität und -Kompetenz überzeugt  haben, es immer noch keine Selbstverständlichkeit für Unternehmen und Großkonzerne ist Führungsposition  mit ihnen zu besetzen. Insofern ist eine staatliche Regulierung aus meiner Sicht hier nicht nur notwendig, sondern auch überfällig.

Vorurteile, was den berufliche Aufstieg der Frauen betrifft gab es schon immer und wird es auch immer geben, man sollte sich aber nicht von ihnen verleiten lassen.

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