Afrika deine Gesundheitsinfrastruktur

Posted in africa, economic policy, Entwicklungspolitik, german post, Sub-Saharan Africa, worth reading on Oktober 28th, 2013 by valerie

Es ist ein Tag wie jeder andere im Leben meiner Nichte Alima. An diesem Tag im Mai 2004, steht sie wie gewohnt um sechs Uhr früh auf, frühstückt und macht sich auf dem Weg zur Schule. Alima ist 19 Jahre alt, besucht die „Terminale“ (die Abiturklasse im kamerunischen Schulsystem) und bereitet sich auf die bevorstehende Abiturprüfung vor.

Vor einem Jahr war ihre alleinerziehende Mutter, meine Cousine gestorben. Sie hatte nur noch ihren jüngeren Bruder mit dem sie zusammenlebte. Um 16 Uhr ist gewöhnlich Unterrichtsschluss. Sie nimmt einen Umweg zu Fuß zum Markt und kauft dort noch für das Abendessen ein. Gegen 18 Uhr  kommt sie endlich zuhause an. Sie legt ihre Schultasche auf der neben der Tür stehenden Bank, schreitet zur Kochnische vor, stellt dort die Einkaufstasche hin. Sie zieht danach ihre Schuhe aus und schiebt sie unter das Bett. Dann streckt sie die Hand zu der  als Wäscheschrank dienenden und an der Decke hängende Wäscheleine, nimmt ein Kleid, zieht ihre Schuluniform aus, hängt sie auf einen Kleiderbügel und danach am an der Wand befestigten Nagel auf. Im Hof gibt es einen Brunnen, dorthin begibt sie sich mit einem leeren zwanzig Liter Kanister. Sie zieht viermal an dem am Seil hängenden fünf Liter Eimer und füllt mithilfe eines Trichters den Kanister auf. Jetzt kann sie mit dem Kochen beginnen. Zum Kochen benutzt sie einen Petroleumkocher. Sie fängt mit den Kochbananen an. Nachdem diese gar sind, kocht sie Erdnusssoße mit geräucherten Makrelen. Bis sie mit dem Kochen fertig ist, ist  es etwa 19 Uhr. Der Bruder, der eine Ausbildung zum Mechaniker absolviert  und mit dem sie das Zimmer teilt kommt wie immer pünktlich zum Abendessen. Nach dem Abendmahl wäscht der Bruder das Geschirr, während Alima sich verabschiedet. Sie muss noch zu ihrer Lerngruppe dazu stoßen.

Kurz vor Mitternacht verabschiedet sie sich von der Lerngruppe und stellt sich an den Straßenrand um ein Mototaxi (Motorrad) anzuhalten. Dieses hat bereits mit vier Passagieren zwar die  maximale Kapazität erreicht. Aber in Kamerun achtet keiner darauf. Irgendwie passen hier viel mehr Leute auf ein Mototaxi  als dieses imstande ist auszuhalten. Alima steigt als fünfte Passagierin auf und sitzt ganz hinten. Mbalmayo ist eigentlich eine  sehr kleine Stadt. Eine Stadt in der man  unter normalen Bedingungen mit einem Fahrzeug weniger als eine Viertelstunde brauchen würde, um von einem Ende zum anderen zu gelangen. Aber der desolate Zustand der Straßen lässt solch eine Reise eine Ewigkeit dauern.  Überall Schlaglöcher, die aufgrund deren Tiefe eher an Gräben erinnern. Nur an wenigen Stellen erkennt man, dass die Straßen irgendwann einmal geteert gewesen sein müssten. Bemüht den Schlaglöchern  auszuweichen, geriet der Mototaximan (Fahrer des Mototaxis) auf die falsche Straßenseite und bemerkte zu spät den rasenden LKW, der ihnen plötzlich entgegen kam. Der LKW-Fahrer konnte dem Mototaxi nicht mehr ausweichen. Er rammte es mit voller Wucht.  Vier der fünf Passagiere des Mototaxis waren sofort tot. Meine Nichte überlebte dem Aufprall mit einem abgetrennten Bein. Noch unter Schock, griff sie sofort nach ihrem Handy und rief ihren Bruder an.  Dieser stürzte  sofort los und lief so schnell er konnte zu dem etwa fünf Hundert Metern von ihrer Wohnstraße entfernt liegenden Unfallort.

Es war herzzerreißend, sie lag da mit einem abgerissenen Bein in ihrer Blutlache. Nach einem Moment der Desorientierung, fasste er sich wieder zusammen, erkündigte sich, ob es jemand unter den Schaulustigen gab, der ein Auto besaß und bereit wäre ihm zu helfen seine Schwester ins Krankenhaus zu fahren. Es fand sich schnell jemand. Aber das einzige von den Chinesen in Mbalmayo erbaute Krankenhaus war nicht für „so einen Fall“ ausgerüstet und verweigerte die Aufnahme mit dem Hinweis, sie sollen es bitte mit ihr in der etwa hundert Kilometer von Mbalmayo entfernt liegenden Hauptstadt versuchen. Der Fahrer ein Familienvater war entschlossen zu helfen und willigte ein auch diesen Weg nach Jaunde auf sich zu nehmen. Bevor sie die Stadt verlassen konnten ging ihnen jedoch das Benzin aus. Es war bereits 2 Uhr früh. Die einzige Tankstelle im Quartier New-Town, der letzte Stadtteil von Mbalmayo auf dem Weg nach Jaunde  hatte bereits geschlossen und ohne Benzin konnte das Auto nicht mehr fahren. Der Autofahrer griff nach seinem Kanister im Kofferraum und rannte während er dabei versuchte ein Autotaxi anzuhalten. Er wollte zu einem Freund in die Stadt von dem er wusste, dass er mit Benzin zuhause schwarz handelte. Zurückgeblieben, fragte die mit Angst überrollte und frierende Alima ihren jüngeren Bruder immer wieder, ob sie nun sterben müsse, während das Blut unaufhörlich, wie ein kleiner Bach floss. Ihr Bruder der all seine Mut zusammen nehmen musste, um seinen Schmerz nicht explodieren zu lassen, antwortete mit tränenden Augen:  „Nein Schwesterherz du wirst nicht sterben, wir sind bald in Jaunde, da gibt es gute Ärzte, die sich um dich kümmern werden.“ Nach einer Weile, die allen Beteiligten als Ewigkeit vorkam, kehrte tatsächlich der Autofahrer mit dem vollen fünf Liter Kanister zurück. Zitternd füllte er es in den Tank und startete wieder los.  Zu dieser Zeit war die Straße bereits Menschenseelen-leer. Er konnte ohne Verkehrsbehinderung fahren insofern fuhr er so schnell er konnte. Während der Fahrt versuchte der Familienvater den beiden Mut zu zusprechen, er selbst konnte bei dem Anblick meiner Nichte die Tränen nicht unterdrücken.

Als sie gegen vier Uhr Morgens das Hopital Central von Jaunde endlich erreichten, war die Erleichterung groß die langersehnte Hilfe zu bekommen, aber Alima verabschiedete sich von dem Leben noch an der Rezeption während ihr Bruder verzweifelt versuchte die Ärzte davon zu überzeugen sie aufzunehmen, obwohl er das verlangte Geld für die Behandlung nicht hatte.

 

Vom Zeitpunkt des Unfalls lebte sie noch  etwa vier Stunden. Vier kostbare Stunden in denen sie gerettet hätte werden können, wenn eine adäquate Gesundheitsinfrastruktur vorhanden gewesen wäre. Sprich: – Technologisch gut ausgestattete Krankenhäuser und Gesundheitsämter –  Krankenwagen, – Qualifiziertes und effizientes ärztliches Personal – Ein funktionierendes Versicherungssystem. Vermutlich wäre es wiederum nicht zu diesem tragischen Unfall gekommen, wenn die Stadt mit einer sicheren Verkehrsinfrastruktur ausgestattet gewesen wäre. Wenn man bedenkt, dass Gesundheit die Voraussetzung für eine gut funktionierende Volkswirtschaft ist, dann stellt sich die Frage, warum die Entscheidungsträger der meisten afrikanischen Staaten es bisher versäumt haben kräftig in Gesundheit zu investieren, um eine effiziente Gesundheitsversorgung gewährleisten zu können. Es herrschen nach wie vor die prekären Gesundheitsbedingungen, wie zur kolonialen Zeit, was sich unweigerlich in die Lebenserwartung wiederspiegelt, die für Afrika südlich der Sahara mit einem Durchschnitt von 50 Jahre vergleichsweise sehr niedrig ausfällt. Nicht nur viele Kameruner, sondern auch viele Afrikaner sehen sich tagtäglich mit demselben Schicksal konfrontiert wie meine Nichte. Ein Ende ist nicht in Sicht. Jeden Tag müssen Menschen sterben, weil sie nicht rechtzeitig die nötige medizinische Versorgung erhalten oder weil zu dem Zeitpunkt an dem sie die medizinische Versorgung dringend benötigen, nicht über genügend Ersparnisse verfügen um diese auch zu finanzieren. Dies führt dazu, dass man heilbare Krankheiten mit sich herumschleppt bis man schließlich daran stirbt. Diese desolate Situation wäre viel schlimmer gäbe da nicht Leute wie Beispielsweise die Freiwilligen bei Rainbow Garden Villagedie sich in Afrika mit Herz und Blut engagieren und dazu beitragen, dass die Menschen, die sich selbst nicht helfen können in ihrem Elend nicht alleine gelassen werden.

Pflege eines Patienten

Pflege eines Patienten

 

Aber ein Staat kann nicht allein auf Fremdhilfe für seine Bürger bauen. Diese Hilfe ist komplementärer Natur und darf nicht die Entscheidungsträger dazu verleiten sich ihrer Pflicht zu entziehen. Wie soll es den Volkswirtschaften gut gehen, wenn die Menschen, die sie tragen sollen ein gesundheitliches Handicap haben? So wenig ein kranker Körper Leistung erbringen kann, sei es physisch oder psychisch, genauso wenig kann eine Volkswirtschaft ohne Gewährleistung der Gesundheitsversorgung insgesamt leistungsfähig sein. Ein effizientes Gesundheitssystem muss nicht mehr erfunden werden. Es muss lediglich kopiert werden. Daher ist es rätselhaft warum es so lange auf sich warten lässt? Liegt diese Untätigkeit in der Unfähigkeit (unqualifizierte Leute haben die Entscheidungsgewalt) oder  wird  dies schlichtweg dem Egoismus geschuldet? (Entscheidungsträger sind persönlich nicht von der prekären Gesundheitsversorgung betroffen, daher unternehmen sie nichts für ihre Verbesserung).

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Lampedusa, der Leuchtturm

Posted in africa, Entwicklungspolitik, german post, migration, worth reading on Oktober 10th, 2013 by valerie

„Live or Die trying.“

Diese immer wiederkehrenden Flüchtlingstragödien erinnern an den Film „Get Rich or Die Tryin‘ „von  Jim Sheridan. Nur „Get Rich“ wird hier mit „live“ ersetzt also: „Live or Die trying.“

Jeune Afrique zur Folge ertranken etwa  20 000 Flüchtlinge in den letzten zwei Jahrzehnten während ihr Versuch der Heimat den Rücken zu kehren und Europa das „Paradies auf Erden“ zu erreichen. Obgleich die Frage danach, warum, es immer wieder zu solchen Katastrophen kommt durchaus eine sehr wichtige auf dem Weg nach Lösungsuche ist, so prägnant ist diejenige weshalb die Menschen sich tagtäglich entscheiden ihr letztes Hab und Gut in diese Reisen zu investieren und unweigerlich damit auch den Tod in Kauf nehmen. Kriege, Hunger, Armut, Pandemien und Verfolgung  Kurzum  der chaotische Zustand in dem eigenen Land, in der  eigenen Heimat, der Ausdruck im eigenem Leib findet, führt zu der verzweifelten Suche nach Sicherheit und zwar, sowohl politischer als auch wirtschaftlicher Natur. Die Hoffnung also, über den täglichen existenziellen Kampf hinaus zu gehen und einmal nicht nur Überleben, sondern LEBEN zu dürfen, gilt als zentraler Beweggrund.

Dass Europa weder bereit noch in der Lage ist alle Flüchtlinge zu absorbieren, die vor seiner Tür tagtäglich nach Leben schreien liegt auf der Hand. Dennoch kann Europa  dazu beitragen die Lebensbedingungen der Menschen in Afrika maßgeblich zu verbessern und somit die Ursachen beseitigen die den Flüchtlingsansturm zur Grunde liegen und zugleich diese Tragödien vermeiden. Dies erfordert die Bereitschaft  über das Ziel hinaus zu gehen Armut in Afrika nur reduzieren zu wollen, sondern gezielt Wohlstand zu produzieren. Dies aber setzt voraus, dass Europa aufhört der Schwarze Kontinent lediglich als sein Ressourcen- und Rohstofflieferant sowie sein Absatzmarkt zu betrachten. Europa muss stattdessen faire Handelsbedingungen schaffen, die dem Schwarzen Kontinent eine realistische Chance geben sich auf dem Weltmarkt zu etablieren und nachhaltig Wohlstand zu schaffen.

Die Wahrnehmung Afrikas von Europa lediglich als Ressourcen- und Rohstofflieferant und als Absatzmarkt, führte bereits zu dem vier  Jahrhundert lang anhaltenden Sklavenhandel und danach zu dem etwa dreiviertel Jahrhundert andauernden Kolonialismus und heute zum Neokolonialismus. Letzterer ist Nährboden für die aktuellen Konflikte in Afrika und behindert  die wirtschaftliche, kulturelle, soziale und politische Entfaltung des Schwarzen Kontinents.

 

 

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Industrialisierung gegen Gewalt an Frauen in Afrika

Posted in africa, Bildungspolitik, german post, safety policy, worth reading on März 13th, 2013 by valerie

Ursprünge der Gewalt an Frauen

1) Traditionelle Hintergrund

Beabsichtigt ein Mann eine Frau zu heiraten, verlangt die Tradition von ihm, dass er um die Hand seiner Angebeteten bei ihrer Familie anhalten muss. Kann sich die Familie vorstellen die Tochter mit ihm zu verheiraten, bekommt der Mann eine Liste von Gegenständen, die er liefern muss bevor die Hochzeit stattfinden darf.

War dieser Brauch ursprünglich symbolisch für die zeremonielle Verlobung angelegt, so hat er im Laufe der Zeit unglaubliche Dimensionen erreicht. Reichten früher ein Paar Stoffe und Eisenstangen, so nutzt manche Familie dieser Brauch heutzutage als eine unverhoffte Gelegenheit sich zu „bereichern“. Sie nehmen deshalb den künftigen Schwiegersohn ordentlich aus. Vor diesem Hintergrund findet in der Realität ein Austausch Frau gegen Gegenstände statt. Folglich betrachtet der Mann seine spätere angetraute auch als solche: als Gegenstand.

Ein Gegenstand den er gegen Bezahlung erworben hat und nach seinem Gutdünken behandeln kann.

Er kann sie vergewaltigen,  sie züchtigen,  sie demütigen, sie betrügen und sie sogar in den Tod befördern ohne jemals dafür Rechenschaft ablegen zu müssen. Eigentum macht’s möglich.

Die Frau ihrerseits fügt sich in diese Rolle und lässt leise alles über sich ergehen. Denn Laut der herrschenden Meinung verrät eine tüchtige Frau nichts über ihre Ehe. Außerdem,  hat sie ohnehin überhaupt keine Wahl: Es gibt für sie meistens nach der Eheschließung keinen Weg mehr zurück. Nicht nur, weil es viel für sie bezahlt wurde, sondern auch, weil eine Frau traditionsgemäß kein Anrecht auf das elterliche Erbe besitzt. Sie ist dazu bestimmt zu heiraten und den Familiensitz  für immer den Rücken zu kehren. Hinzu kommt, dass es gesellschaftlich besser für eine Frau ist, falsch verheiratet als ledig zu sein.

Dies ist nicht nur Gang und Gäbe bei der ungebildeten Bevölkerungsschicht.

2) Berufliche Dimension

In der Arbeitswelt insbesondere im öffentlichen Dienst, werden manche Beförderungen oftmals an Status geknüpft.  Manche Posten werden daher nur an verheirateten Frauen vergeben. Will eine Frau Karriere machen wird die Heirat für sie unumgänglich. Manch eine Frau duldet deshalb jede Form von Misshandlungen, weil Madame einen besseren Eindruck hinterlässt und noch mehr berufliche Chancen eröffnet als Mademoiselle. Gerade gut ausgebildete Frauen nehmen es sogar in Kauf ihr Mann mit anderen Frauen in Form der Polygamie zu teilen als gar keinen Mann zu haben. Hauptsache Madame bzw.  Mrs. steht vor ihren Namen.

Möglicher Ausweg

Es gibt mittlerweile viele Organisationen, deren Fokus nicht nur auf die Alphabetisierung der Frauen, sondern auch auf die Bildung der Mädchen liegt. Angesichts der hohen Arbeitslosigkeit in machen Gegenden Afrikas, wäre es jedoch wünschenswert, wenn diese Bemühung um Bildung Hand in Hand mit der Förderung des Unternehmertums und der ausländischen Direktinvestitionen gehen würde. Dies würde den ausgebildeten Frauen den Weg in die Selbständigkeit eröffnen. Und zwar in doppelter Hinsicht. Einerseits würden sie sich von den Abhängigkeitsketten gegenüber den Männern lösen andererseits wären sie nicht mehr auf eine Aufnahme in dem öffentlichen Dienst angewiesen. Sie würden somit die Freiheit erlangen ihr Schicksal selbst in die Hand zu nehmen und bekämen gleichzeitig die Möglichkeit sich für ihre Rechte einzusetzen.

Wenn sie aber nach ihrer Ausbildung wieder auf die Straße landen und jeden Tag um das nackten Überlaben kämpfen müssen, dann bleibt ihnen keine andere Wahl als sich wieder in die Knechtschaft zu begeben. Die Knechtschaft raubt ihnen jedoch die Möglichkeit über ihre Rechte nachzudenken und das Wissen anzuwenden, das sie vermittelt bekommen haben.

In Afrika sind die Frauen noch weit davon entfernt den Kampf um ihre Rechte zu gewinnen. Sie werden ihn auch nicht gewinnen können solange Armut noch eine Selbstverständlichkeit in Afrika ist. Dabei wären sie geradezu prädestiniert, um Afrika aus der Sackgasse zu befreien. Wenn sie jedoch weiterhin in ihre Rechte eingeschränkt werden, wird Afrika als Synonym für Armut fungieren. Ein Dauerhafter Armutszustand befeuert jedoch die Kriminalität, Gewalt und Krieg, was den Frieden beeinträchtigt und die Armut wiederum verstärkt. Ein teufelkreis eben.

So betrachtet, sollte das lateinische Sprichwort „Si vis pacem para bellum“ in „Si vis pacem para prospera“ umschrieben werden.  „Wer Frieden wünscht, bereitet den Krieg vor“ in  “ Wer Frieden will bereitet Wohlstand vor.“

Obgleich die Industrialisierung mit Blick auf die Umwelt mittlerweile als Übel angesehen wird, wäre sie dennoch das notwendigste nicht nur für das Wohlergehen der Frauen in Afrika. Sie wäre ein notwendiges Übel gegen die meisten Übel, die in Afrika gegenwärtig wüten.

 

 

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Politikverdrossenheit? Davon keine Spur in Unterschleißheim

Posted in Democracy, german post, Innenpolitik, Integration, migration, worth reading on Februar 19th, 2013 by valerie

Im Endspurt ihres Wahlkampfes angelangt, waren die vier bürgermeisterkandidaten Brigitte Weinzierl (CSU), Christoph Böck (SPD), Jürgen Radtke (Bundnis 90/die Grüne) und Martin Reichart (freie Bürgerschaft e.V.) gestern, im Rahmen einer Posiumdiskussion  bestrebt, die Bürger anhand ausgewählter Themen davon zu überzeugen, dass sie die beste Wahl für die Zukunft der Stadt Unterschleißheim sind.

Noch lange  vor dem Beginn der um 19 Uhr angesetzten Diskussion, standen bereits alle Bewerber auf dem Podium. Während sie nervös auf den Anpfiff warteten, füllte  sich der Bürgersaal langsam aber sicher. So waren Kurz vor 19 Uhr bereits sowohl alle 610 Sitzplätze, als auch sämmtliche Stehplätze von interessierten Bürger besetzt, die  sich von der Kompetenz ihrer Bewerber  überzeugen wollten, um sicher zu gehen, dass sie  am 03.03.2013 ihren Kreuz auch an der  richtigen Stelle machen werden.

Unter den zur Diskussion gestellten Themen zählten unter anderem:

1) Der demographische Wandel

Dessen Relevanz, aus der Tatsache herrührt, dass in Unterschleißheim 17 Prozent der Einwohner über 65 Jahre alt  und rund 25 Prozent Rentenempfänger  sind (stand 2011).

2) die Integration von ausländischer Mitbürger

Immerhin leben mehr als 130 verschiedenen Nationen in Unterschleißheim. Für ihre Beteiligung in Form von Ausländerwahlrecht auf Kommunaler Ebene hat sich Jürgen Radtke (Bundnis 90/die Grüne) ausgesprochen.

3) Unterschleißheim als Wirtschaftsstandort
Mit 53 Millionen Euro ist die Gewerbesteuer die höchsteeinnahmequelle der Stadt. Während sich Christoph Böck stark für mehr Anreize für Unternehmen machen will, sprach sich Jürgen Radtke (Bundnis 90/die Grüne) gegen weitere Gewerbeansiedlungen aus. Aufgrund der Begrenzten der Fläche sollen stattdessen  Gewerbegebiete wieder  in Wohngebiete umgewandelt werden.
4. Die Verkerhrsituation

Unterschleißheim weist Rund 16000 Arbeitsplätze auf.  Rund 9000 Auspendler  und 13,461 Einpendler (2011).
Obgleich alle Kandidaten der Meinung waren, dass diese Verkehrsituation verbesserungswürdig ist, so hatte jeder seine ganz persönliche Lösung. So würde sich die Frau Weinzierl für den Ausbau der Heimarbeit einsetzen, Jürgen Radtke eher für die Benutzung  öffentlicher Verkehrsmitteln und Martin Reichart für die Verbesserung der Einkaufsmöglichkeit durch den Bau der Einkaufszentren an richtigen Stellen.
5. Die Verschönung der Bezirkstrasse
Herr Böck bekräftigte erneut seine Vision hier eine Flaniermeile errichten zu wollen um mehr Leben zu erwecken. Um die Bezirkstraße attraktiver für die Bürger zu machen.

Im Publikum, das zwar nur ein Bruchteil der Wahlberechtigten ausmachte, war jedoch nicht klar heraus zu lesen für welchen Kandidat Unterschleißheim tendiert. Stattdessen  war der  Zuspruch Themen- und Argumentationsbedingt. Insofern bleibt der Ausgang der Bürgermeisterwahl meines Erachtens noch offen.

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Rasse – Partnerschaft – Identität

Posted in german post, Integration, migration, worth reading on Februar 15th, 2013 by valerie

RasseIdentitätPapa ist Weißer Mama ist Schwarz oder auch umgekehrt: Was bin ich?

Kind:  „Mama, wenn ich in Deutschland bin, gibt es viele die aussehen wie Papa, also viele Weiße, wenn ich in Kamerun bin, gibt es viele die aussehen wie du, also viele die Schwarz sind. Ich möchte auch einmal in ein Land reisen, wo es viele gibt die aussehen wie ich. Ich werde „Schoko“ genannt, manchmal „Kakao“. Manch einer nennt mich aber auch „Afro, Farbige“  „oder Mischling“. Angesichts dieser Flut an Bezeichnungen, frage ich mich seit ich denken kann, welcher Name trefflicher wäre um mich zu beschreiben.

IdentitAllesGleichätsklemme?

„Manchmal komme ich mir vor wie eine Fledermaus.  Obwohl sie zu den Säugetiere rangiert, wird sie nicht als solche wahrgenommen, weil sie Flügel besitzt. Noch weniger zählt sie zu den Vögel trotz Flügel, weil sie mit einem Gebiss  ausgestattet ist. Fazit: Sie gehört überall und nirgendswo gleichzeitig hin.“

Mutter: „Vor kurzem wurde ich von einem Kind gefragt, warum ich denn so Schwarz bin und warum meine Kinder so hell sind. Also anders aussehen.

Prompt erzählte ich ihm was meine Hautfarbe betrifft, dass der Liebe Gott eine Vielfalt haben wollte. Folglich schuf er nicht nur Menschen mit schwarzer, sondern auch mit weißer, roter, gelber Haut u.s.w, . Ich nahm ihm ein Beispiel mit dem von ihm gemalten an der Wand hängenden Bilder. Alle waren bunt. Ich zeigte ihm anhand dieser Bilder, dass genauso wie es selbst Wert darauf legte, dass sie bunt wurden, genauso es  Gott ergangen sein musste.

Was meine Kinder anbelangt, so hatte Gott die Menschen aber nicht nur mit verschiedenen Farben ausgestattet, sondern auch mit verschiedenen Fähigkeiten unter anderem: Verstand und Intelligenz. Er gab ihnen zudem die Freiheit ihre Welt neu zu definierern und nach belieben zu gestalten. Kurz um sich weiter zu entwicklen. Also noch mehr Vielfalt auf die Welt zu bringen. Mehr Vielfalt ist nur möglich, wenn Menschen verschiedener Rassen bzw. Herkunft zusammen kommen. Aus verschiedenen Farben ensteht eine neue. Meine Kinder haben Eltern verschiedener Hautfarbe. Deshalb haben sie eine andere Farbe, als die von ihrem Vater und ihrer Mutter. Dies erzeugt wiederum mehr Vielfalt.

An seinem zufriedenen Blick konnte ich erkennen, dass meine Antwort mehr als zufriedenstellend war.

Mit einem Land, wo es überwiegend viele Menschen gibt, die genauso aussehen wie du, kann ich nicht dienen. Aber du kannst dich glücklich schätzen, sowohl in Kamerun als auch in Deutschland Zuhause zu sein. In zwei Kulturkreisen aufwachsen zu dürfen, dadurch bereits mehrere Sprachen zu beherrschen, mehr kennen zu lernen als die meisten und somit weltoffen und neugierig zu sein.

Schließlich ist Identität nur das was man selber daraus macht. Eine andere Hautfarbe zu haben als die meisten ist kein Handicap ganz im Gegenteil es ist ein Privileg“

 

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