Kamerun: Präsidentschaftswahl 2011 Bedrohung für Stabilität und Sicherheit

1.3. Kamerun als Englisches und französisches Mandat

Nachdem Deutschland nunmehr entmachtet wurde, stellte sich die Frage der Zukunft seiner Kolonien. Diese Frage führte die Geburtstunde des Begriffs Mandat herbei. Unter Mandat, verstand man somit die Überführung der ehemaligen Kolonien Deutschlands in das Treuhandsystem des Volkerbundes. So wurden diese jeweils einer Hauptmacht zugeteilt, die ihre Verwaltung unter Aufsicht des Völkerbundes übernahm.

Das Mandat über Kamerun wurde zugleich an Frankreich und England zugeteilt.
Der Völkerbund hatte jedoch keinen präzisen Vorgaben gemacht, wie Kamerun im Einzelnen unter englischen und französischen Mandat aufgeteilt werden sollte. Stattdessen wurde ihnen die Aufteilung überlassen. So wurde nach einer vorübergehenden gemeinsamen Verwaltung durch Frankreich und Großbritannien mit Zustandkommen des Londoner Vertrages vom 4. März 1916 das vormals deutsche Schutzgebiet unter den beiden Mächten in der Weise aufgeteilt, dass Frankreich mit 430 000 km² den weitaus größren Teil als Mandat zugewiesen erhielt, in dem nach einer Berechnung von 1937 2.387.106 Eingeborene lebten.

Der schmale Streifen, der sich vom 4070 m hohen Kamerunberg mit einer Unterbrechung bis zum Tschadsee an der Nordwestgrenze der deutschen Kolonie hinzieht, mit einer Fläche von 89.507 km² und einer Eingeborenenbevölkerung von 8.252.34 (1936), wurde britisches Mandat.  Während der britische Teil Kameruns als ein Bestandteil des britischen Nigerias verwaltet wurde, wurde der französische Teil Kameruns seinerseits als jener des französischen Kolonialimperiums behandelt. Das britische Kamerun wurde in drei Distrikte unterteilt bund das französische zunächst 1916 in 9 Bezirke, 1935 in 17 und in mehr als 20 nach dem Zweiten Weltkrieg.

Die Organisation im französischen Teil war durch eine hohe Hierarchie gekennzeichnet. Der Kolonieverwalter war für Ordnung, Sicherheit, Wirtschaftsförderung, Sozialentwicklung, Gesundheit und Bildung zuständig. Er fungierte gleichzeitig als Richter und durfte folgende Strafe verhängen: Leibeszüchtigung, Buße, Abschiebung, Freiheit- und Todesstrafe. Jedes Jahr trieb er persönlich Dorf für Dorf die Steuer ein.

Wenngleich vom Völkerbund den Auftrag erhalten Kamerun bei seiner Entwicklung zu unterstützen,  so waren wirtschaftliche und machtpolitische Hintergründe ausschlaggebend für ihr Engagement. Zumal die benötigte Ressourcen für den Wiederaufbau nach dem Ersten Weltkrieg in Afrika zu finden waren. Maginot ein Befürworter von Kolonienbesitzungen und damaliger französische Minister der Kolonien, betonte 1917 schon vorm Kriegsende die geopolitische Bedeutung der Kolonien und die Notwendigkeit sich aufgrund ihrer reichhaltigen mineralischen Rohstoffvorkommen und mit Blick auf die nach dem Krieg entstehenden Schaden sich um Kolonien zu bemühen. Bei der Mandatsübernahme ging es somit nicht primär um die Förderung der Entwicklung dieser, sondern in erster Linie um die Sicherstellung der nachhaltigen Versorgung der eigenen Länder mit Bodenschätzen.

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