Politikverdrossenheit oder wider Europa?

Posted in german post, international relations, politics on Juni 8th, 2009 by valerie

Obgleich die eine oder die andere Partei über Wahlerfolge jubelt, zeigt die Wahlbeteiligung  mit 43 Prozent  eindeutig,  sowohl die schwache Mobilisierungsfähigkeit der jeweiligen Parteien als auch, dass Brüssel noch ganz ganz ganz weit weg von den Bürgern und Bürgerinnen der 27 Mitgliedstaaten der Europäischen Union ist. Anscheinend ist das Gewicht, das Europa in das Leben seiner Bürger und Bürgerinnen mittlerweile hat,  noch gar nicht so richtig von den Euro-Bürger wahrgenommen worden.

Woran scheitert diese Wahrnehmung der Europäischen Union von seinen Bürger?

An mangelnder Identifikation mit der Institution an sich?

An fehlender Identifikation mit den jeweiligen Parteien und Kandidaten?

Oder fühlen sie sich von  den Sachthemen und den verschiedenen Wahlprogrammen nicht angesprochen?

Jedenfalls lässt sich auf der theoretischen Ebene, das Wahlverhalten an drei Modellen erklären:

Erstens das soziologische Modell, zweitens das sozialpsychologische Modell und letztens das Modell des rationalen Wählers (Rational Choice).

Nimmt man an, dass die Wähler des ersten Modells, das soziologische sich nicht von einem Wahlkampf stark beeinflussen lassen, so besagt das zweite Modell, das sozialpsychologische, dass das Wahlverhalten in dieser Kategorie stark  von den Wahlprogrammen (Sachthemen) und den Kandidaten abhängig ist. Dies verleiht den Politiker einen großen Spielraum, was seinen Einfluss auf das Wahverhalten anbelangt, vorausgesetzt, dass sie überhaupt über eine gewisse Bürgernähe verfügen, um zu wissen, wo die Interessen der Bürger liegen. Tun dies die Europa Politiker etwa nicht?

Die dritte Kategorie das Rational Choice Modell besagt, dass der Wähler die Entscheidung sich an der Wahl zu beteiligen daran orientiert, ob die gesamte vergangene Arbeit der Politiker  insgesamt positiv auf  seine Interesse und für sein Land ausgewirkt hat. Deutet die schwache Wahlbeteiligung darauf hin, dass ein Teil der Bürger nicht mit der Politik der Europäischen Union zufrieden sind?

Liegt hier nicht eine Verwechlung mit der Innenpolitik der jeweiligen Länder vor?

Der Wahlkampf zu EU-Parlament hat sich an innenpolitischen Themen orientiert und die Wähler  haben diese Haltung bei ihrer Entscheidungen übernommen. Das Wahlergebnis spielgelt nur die Spannungen der jeweiligen Innenpolitik der EU-Staaten wieder.

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Verzweifelte Profilsuche ? Wahlkampf für die Wahl des 17. Bundestages

Posted in german post, politics on Mai 29th, 2009 by valerie

Die Parteien tun sich schwer bei der Profilsuche:

Die Finanzkrise hat alle gute Aussichten der Großen Koalition für einen glänzenden Wahlkampf, was die verbuchten Erfolge im Bezug auf die Haushaltskonsolidierung und die Reduzierung der Arbeitslosenzahl anbelangt, zu Nichte gemacht.

Die derzeitge Wirtschaftskrise wird das Wahlverhalten stark prägen, da die Parteien überwiegend an ihrer Fähigkeit zum Krisemanagement im Bezug auf die Finanzkrise gemessen werden.

Die Bundesregierung hat weiß Gott mit drastischen Maßnahmen (Abwrackprämie) versucht diese Krise entgegen zu wirken und ihre Nebeneffekte soweit es geht zu mildern, man denke nur an das Konjunkturpaket I und II. Die Europäische Zentralbank hat in regelmäßigen Abstände den Leitzins gesenkt dieser erreichte im Mai  das Rekordtief von 1,00 Prozent. Trotzdem erhellt sich das Geschäftsklima nur bedingt. Weiterhin vermehren sich volkswirtschaftliche Probleme, die ursprünglich von der Finanzkrise hervorgerufen wurden, wie Keime von den Masseninsolvenzen bis zur Arbeitslosigkeit und hin zur übermäßigen Staatsverschuldung.

Die von der Regierung ergriffenen Maßnahmen zeigen keine sofortigen Wirkungen. Die Bürger aber sind verunsichert. Man denke nur an die Angestellten von Opel und Karstadt (um nur diese zu nennen). Sie wollen konkrete und sofortige Lösungen, die an ihre jeweiligen Probleme angepasst werden.

Schafft es eine Partei in dieser Hinsicht den Wählern Zuversicht durch konkrete Lösungsmaßnahmen mit denen jeder Bürger sich identifitieren kann zugebieten, welche nicht nur in der Zukunft Früchte tragen, sondern die ihre jeweiligen Situationen gegenwärtig positiv beeinflussen werden, dann bräuchten sie gar nicht mehr nach ihrem Profil zu suchen.

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