Sparen in Afrika

Posted in africa, economic policy, Entwicklungspolitik, german post, Sub-Saharan Africa, worth reading on Oktober 30th, 2013 by valerie

Ist langfristiges Denken angeboren? Wenn ja wie kann man es sich eineignen?

Mancher Stereotypen zur Folge, ist der Schwarz Afrikaner unfähig über den Tag hinaus zu denken.Wenn tatsächlich so wäre, würde, dies Aufschluss auf die immerwährende Armut  des Schwarzen Kontinents geben?

Fakt ist wer langfristig denkt, ist besser für die Zukunft aufgestellt. Wer seine Lebensbedingung auf Dauer verbessern möchte, muss auch bereit sein, Vorkehrungen dafür zu treffen. Bei einer Volkswirtschaft geschieht dies beispielsweise unter anderem durch Konsumverzicht durch Sparen zu Gunsten der Kapitalbildung.

„Lebe in Hier und Jetzt.“
Ein gängiges Sprichwort bei den Bantu rät dazu sich nicht heute um die Probleme des morgigen Tags Gedanken zu machen, denn der morgige Tag durchaus in der Lage sein wird seine Probleme selbst zu lösen.  Viele nehmen diese Weisheit grundsätzlich wortwörtlich. Dies ist dann zum Beispiel der Fall, wenn viele Familien nach Erhalt ihres Lohns an den darauffolgenden Tagen in Saus und Braus leben wissend, dass das Geld so unmöglich für den ganzen Monat reichen kann. Aber ihnen ist es lieber es sich für kurze Zeit richtig gut gehen zu lassen und dafür in der letzten Monatshälfte zu hungern und auf ein Wunder hoffen. Anstatt sich das Geld über den Monat vernünftig einzuteilen indem man nicht über seine Verhältnisse in der ersten Monatshälfte lebt und vielleicht auch den Versuch zum Sparen wagen.

Die niedrige Lebenserwartung beeinflusst das Sparverhalten

Man möchte lieber in Hier und Jetzt leben. Man möchte lieber für die kurze Zeit in der man sich selbst auf der Erde aufhalten darf intensiv leben und nicht auf die Zukunft setzen, die man mit größer Wahrscheinlichkeit nicht mehr erleben wird. Während  die Menschen in Europa und Nordamerika durchschnittlich 78 Jahre und in Nordafrika immerhin 68 Jahre alt werden, verzeichnet subsahara Afrika mit 50 Jahren, die niedrigste Lebenserwartung weltweit.

Aussorgen für die Zeit danach

Auch den Entscheidungsträger mangelt es an Visionen. Dies wird an ihr rücksichtsloses Verhalten der Veruntreuung und Unterschlagung beobachtet. Die Republik Kamerun zum Beispiel, hat im Jahr 2006 ein erbitterter Kampf gegen die Korruption unternommen. Seitdem wurden zahlreiche höhere Beamten unter anderem Ministern, Staatssekretäre und Vorstände Regierungsnahen Unternehmen wegen Veruntreuung und Unterschlagung hinter Gitter gebracht. Die von ihnen unterschlagenen Gelder belaufen sich etwa auf 215 Milliarden (FcFA) sprich 140 Millionen Euro, die zum größten Teil in ausländischen Banken schlummern. Da die Amtsdauer von der Laune des Präsidenten abhängt, werden die Ämter dafür missbraucht um schnell für das eigene Leben auszusorgen. So wird das dem Amt zur Verfügung gestellte Budget nicht in die Realisierung der  mit ihm zusammenhängenden Projekte Investiert.

Ist Afrika aus Mangel an binnen Ersparnisse und aufgrund der Unterschlagung-Mentalität der Entscheidungsträger deshalb zur ewigen Armut verurteilt?

Durch das Fehlen an Ersparnisse und die vermehrte Unterschlagungen, bleiben die Investitionen aus, die nötig für die Hebung des Lebenstandard und Voraussetzung für ein langes Leben sind. Ein Teufelskreis dessen Überwindung Hilfe vom Außen erfordert. Jedoch weniger wie bisher in Form einer Entwicklungshilfe als vielmehr in Form von ausländischen direkt Investitionen. Gegenwärtig fließt nur 1 Prozent der weltweit getätigten ausländischen Direktinvestitionen nach Afrika. Dabei ist Afrika mit einem immensen Potential ausgestattet.  Mit 3025,8 Hektar als zweitgrößte Kontinent der Erde nach Asien fungierend, beträgt sein Anteil an globale Waldfläche 17 Prozent, wovon 21 Prozent des Bodens Ackerboden ist, was die Landwirtschaft begünstigt. Darüberhinaus beherbergt der Schwarze Kontinent mit mehr als eine Milliarde Menschen, 15 Prozent der Weltbevölkerung und stellt somit einen riesigen Markt dar. Weiterhin kann der Kontinent obgleich ungleichmäßig verteilt, immensen Rohstoffvorkommen  vorweisen, was seine Attraktivität für ausländische Investoren erhöhen sollte. Warum bleiben denn diese, von wenigen Ausnahmen abgesehen aus? 

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Europas demographisches Dilemma und das Schicksal des Afrikaners

Posted in africa, german post, migration, politics on Juni 27th, 2009 by valerie

Als 1492 Christoph Kolumbus (1451-1506) Amerika entdeckte und 1500 Pedro Alvares Cabral (1460-1526) Brasilien, fing der Alptraum der Afrikaner an. Dieser nahm 1510/11 mit dem Beginn der Einfuhr von schwarzen Sklaven seine Gestalt an.

Von nun an setzte der Handel mit Menschen, mit dem Schwarzen, als Ware ein. Er wurde ausgebeutet, ausgenutzt, gedemütigt und erniedrigt. Er musste die verschiedenen Erdteile bevölkern und aufbauen, die gerade entdeckt wurden. Der Sklavenhalter und der Kolonialherr brauchten ihn ganz dringend.

Heute sind die Früchte der Arbeit seiner Vorfahren da und er möchte so gerne daran teilhaben, denn mit Jahrhunderte langer Entvölkerung und maßlose Ausbeutung seines Kontinents und der damit einherhende Ausfall der nötigen Arbeitskräfte, der sich wiederum in der  Hemmung der eigenen Entwicklung niederschlug,  haben weder seine Vorfahren noch seine Eltern die Möglichkeit gehabt, ihm eine Perspektive für seine Zukunft zu bieten.

So sucht er den Weg nach Europa, als Flüchtling, als Ehefrau, als Student und als Arbeitssuchender. Aber Europa braucht ihn zur Zeit nicht und die Methoden nach denen es greift, um ihm dies verständlich zu machen sind deutlich genug. (Lesen Sie hierzu auch meinen Artikel „Afrikanische Flüchtlinge: Menschen ohne Grundrechte?„)

In Zeiten der Sklaverei wurde er reingeprügelt,

Heute in Zeiten der Einwanderung wird er rausgeprügelt.

Die Frage, die an dieser Stelle aufgeworfen wird, ist die folgende:

Wie lange wird es noch dauern  bis der Afrikaner nach Europa wieder reingeprügelt wird?

Während die Bevölkerung des Schwarzen Kontinents mit beinahe einer Milliarden Menschen trotz der Aids und Malaria Geiseln ungebremst weiter wächst (betrug 1950 der Anteil des Kontinents an der Weltbevölkerung noch 9 Prozent, so ist diese Zahl 1990 auf 12 Prozent gestiegen. Prognosen der Vereinten Nationen zur Folge, dürfte bis 2050 ein Anteil von 20 Prozent erreicht sein), schrumpft und altert diejenige Europas weiter.

So wie es aussieht findet nicht nur der Geburtenrückgang, sondern gleichzeitig auch eine Alterung der Gesellschaft in den 27 EU-Staaten statt.  Statistische Untersuchungen der EU-Kommission zur Folge, wird in etwa 50 Jahren der Anteil der Alten in den 27 EU-Länder größer sein. Während in Afrika 45 Prozent der Bevölkerung jünger als 15 Jahre alt sind, wird das Durchschnittalter in der EU-Zone wegen der hohen Lebenserwartung, dem Geburtenrückgang und der Migrationspolitik, 48 Jahre betragen.

Dies wird fatale Folgen für den Arbeitsmarkt mit sich bringen. Der Anteil der Erwerbspersonen wird mit der zunehmenden Pensionierungen zwangsläufig abnehmen, was mit erheblichen Kosten für das Renten- und Gesundheitssystem verbunden sein wird. Hier könnte der junge Afrikaner wieder attraktiv für das Überleben des jetzigen Systems werden. Die Frage ist nur, wie die EU vorgehen wird, um ihn für den Erhalt seines System zu gewinnen.

Denn ich bin mir sicher, dass er sich bestimmt nicht mehr rein prügeln lassen wird.

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