Zeitfaktor und Wohlstand

Zeitfaktor und Wohlstand

Sanduhren - GIFMANIA

Wer zu spät kommt, den bestraft das Leben.“ Michail Gorbatschow

Wenn es stimmt, dass die Zeitwahrnehmung darüber bestimmt, wie produktiv, wie erfolgreich und somit wie wohlhabend man ist, dann liegt hier womöglich die Ursache, weshalb manche Menschen, manche Völker und manche Nationen erfolgreicher und wohlhabender sind als andere. Vielleicht auch der Grund weshalb Afrika anderen Kontinenten hinterher hinkt. Dort wird nämlich die Tugend „des-zu-spät-kommens“ als „L‘ heure africaine“ charakterisiert, gar gepriesen.

Wenn eine Stunde für den einen 60 Minuten bedeutet und für den anderen 120 Minuten. Dann ist klar, dass letzterer in fast jedem Bereich hinterher hinken muss.

Angenommen eine Prüfung wird für 9 Uhr angesetzt, derjenige, der erst um 11 Uhr erscheint ist definitiv zu spät und wird mit einer schlechteren Zensur bestraft. Genauso verhält es sich mit der Bearbeitungszeit. Ist diese für eine Stunde angesetzt, wird derjenige für den eine Stunde tatsächlich 60 Minuten bedeutet seine Zeit einteilen und so arbeiten, dass er in einer Stunde fertig wird und rechtzeitig abgeben kann, während derjenige, der eine Stunde als 120 Minuten wahrnimmt nach einer tSunde womöglich noch nicht einmal damit angefangen haben wird, die Aufgaben zu lösen und konsequenterweise keine gute Note zu erwarten haben wird.

Erscheint eine Partei Stunden später zu einem Meeting im Rahmen dessen Aufträge erteilt werden sollen, dann darf sie sich nicht wundern, weshalb der Auftrag an die Konkurrenz gegangen ist, obwohl sie bessere Konditionen zu bieten gehabt hätte.

Neben der Afrikanischen Uhrzeit, wird häufig auch über die kamerunische Uhrzeit gesprochen, die sog. „L‘ heure Camerounaise“. Anscheinend tickt die kamerunische Uhr ganz anders als alle andere Uhren auf dieser Welt. Wird eine Feier beispielsweise um 19 Uhr angesetzt, so erscheinen die ersten Gäste gegen 23 Uhr. Verabredet man sich mit einem Kameruner, so kann davon ausgegangen werden, dass dieser mindestens mit einer Stunde Verspätung erscheint.

Was sagt das über die Menschen aus in einer globalisierten Welt in welcher Pünktlichkeit eine Tugend bedeutet? In der Pünktlichkeit mit Zuverlässigkeit gleichgesetzt wird?

Vor einigen Jahren hatte ich eine kleine Diskussion mit Herrn Dr. Rigmar Osterkamp, unser damaliger Dozent, der viele Jahre in Windhoek, Namibia gelehrt hatte. Im Rahmen eines Hauptseminars war er bestrebt uns die Folgen der Globalisierung näher zu bringen und sprach daraufhin über deren Gewinner und Verlierer. Ich wunderte mich, dass die Afrikaner wieder als Verlierer da standen und fragte ihn weshalb die Produktionsstätten zumeist nach Asien verlagert wurden und nicht nach Afrika. Er entgegnete mir, dass die Afrikaner nicht in der Lage wären zu liefern. Dabei ging es weniger um die Kapazität als vielmehr um Zeit. Um die Einhaltung der Termine, um die Pünktlichkeit eben.

Mangelndes Zeitmanagement fungiert also als mögliche Ursache für die Armut, verstanden im Sinne von Mittellosigkeit, Unterentwicklung und Abwesenheit von Wohlstand, weil die Produktivität starkt darunter leidet und sowohl den Binnenhandel, als auch den Handel mit dem Rest der Welt dadurch erschwert wird.

Es ist also höchste Zeit, wie dies Afi betont, dass sich die Afrikanische Uhrzeit bzw. die Kamerunische Uhrzeit eine Uhr kauft. Vielleicht wird sie dadurch lernen pünktlich zu erscheinen und somit vom Leben belohnt, anstatt bestraft zu werden.

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